Ex-Bayern-Coach Ancelotti "schockiert": Führt Kabinen-Baustelle in Neapel zum Desaster?

Neapel - Dass man es in Italien mit der Pünktlichkeit nicht immer ganz so genau nimmt, liegt wohl in der Natur der Sache. Jedoch scheint es eine Baufirma im Stadio San Paolo in Neapel mit der Gemütlichkeit ein wenig zu übertreiben - was Trainer Carlo Ancelotti mächtig auf die Palme bringt!

Zwei alte Bekannte. Der aufbrausende Franzose Ribery mit dem sonst eher besonnenen Italiener Ancelotti. Beide verbrachten etwas über ein Jahr gemeinsam beim FC Bayern.
Zwei alte Bekannte. Der aufbrausende Franzose Ribery mit dem sonst eher besonnenen Italiener Ancelotti. Beide verbrachten etwas über ein Jahr gemeinsam beim FC Bayern.  © Jennifer Lorenzini/Lapresse/Lapresse via ZUMA Pres

Samstag um 18 Uhr soll in Neapel die Liga-Begegnung zwischen dem SSC und Sampdoria Genua angepfiffen werden. Der dritte Spieltag der noch jungen Serie-A-Saison steht an.

Nach einem 4:3-Sieg im Auftakt gegen den neuen Klub von Franck Ribery (36) und Kevin-Prince Boateng (32), AC Florenz, gab es dann eine Woche später eine ebenso torreiche und denkwürdige Schlacht bei Serienmeister Juventus Turin. Auch hier stand es nach dem Ablauf der 90 Minuten 4:3 - doch diesmal behielt Neapels Gegner die Überhand.

Nach zwei Begegnungen in der Fremde soll es nun endlich zum ersten Heimspiel der Saison kommen - doch dieses steht wohl auf der Kippe, wenn man die Bilder sieht, die der SSC am Donnerstag auf Twitter veröffentlichte.

Die Renovierungsarbeiten in den Katakomben im Stadio San Paolo lassen nämlich nur mit viel Fantasie den Gedanken zu, dass sich hier am Samstag die Männer vom ehemaligen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti umziehen werden - und das macht den 60-Jährigen so richtig sauer!

Offene Kabel, keine Waschbecken, halbfertige Physio-Räume. "70 Stunden vor Sampdoria" schrieben die Neapolitaner auf Twitter unter ein Video aus dem Umkleidebereich.

In der Stadt am Vesuv droht jedoch Trainer Ancelotti auszubrechen

Carlo Ancelotti ist mit dem Arbeitstempo der Baufirma alles andere als zufrieden. Ob ihm letztlich die Krawatte platzt, bleibt abzuwarten.
Carlo Ancelotti ist mit dem Arbeitstempo der Baufirma alles andere als zufrieden. Ob ihm letztlich die Krawatte platzt, bleibt abzuwarten.  © Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Ancelotti ist stinksauer: "In zwei Monaten kann man ein Haus bauen – sie haben es in dieser Zeit nicht einmal geschafft, die Umkleide zu renovieren". Für den Trainer steht neben dem Spiel am Samstag gegen das Tabellen-Schlusslicht aus Genua, am kommenden Dienstag direkt das erste Champions-League-Heimspiel an - und das ausgerechnet gegen den Titelverteidiger FC Liverpool!

"Wo sollen wir und gegen Sampdoria und Liverpool umziehen? Ich bin schockiert über die Unaufrichtigkeit und Unzulänglichkeit derjenigen, die diese Jobs ausführen", ließ der Trainer brodelnd verlauten.

Sind die Spiele tatsächlich in Gefahr? Kommt es etwa zum Worst-Case? Fakt ist, dass die Baufirma bis Samstagabend noch einiges zu tun hat. Nach eigener Aussage ist man wie geplant sogar am Freitag fertig, wird dann die Renovierungsarbeiten pünktlich und wie vereinbart abgeschlossen haben.

Bauleiterin Filomena Smiraglia zeigt sich über den Missmut der Neapolitaner und insbesondere der Aussagen Ancelottis not amused. Sie sei "überrascht und erstaunt" über das Misstrauen.

Ob und inwieweit die rechtzeitige Fertigstellung der Renovierungsarbeiten gelingt, oder ob es letztlich im Desaster endet, wird sich zeigen. Fakt ist aber auch, dass zumindest der fünfmalige Champions-League-Sieger Ancelotti (zwei Mal als Spieler, drei Mal als Trainer) schon jetzt auf Betriebstemperatur ist.

Bleibt zu hoffen, dass es in der Stadt am Vesuv nicht bald zum Vulkan-Ausbruch kommt - und zwar von "Don Carlo".

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