Nach Bayern-Abschied: Hoeneß knöpft sich kritische Fans vor

München - Nach seinem emotionalen Abschied und einem perfekt inszenierten Abend hätte Uli Hoeneß (67) eigentlich überglücklich sein sollen. Doch einige kritische Wortmeldungen bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern passten dem Ex-Präsidenten so gar nicht.

Herbert Hainer (l) und Uli Hoeneß bei der Pressekonferenz nach der Jahreshauptsversammlung.
Herbert Hainer (l) und Uli Hoeneß bei der Pressekonferenz nach der Jahreshauptsversammlung.  © DPA

Mitternacht war längst vorbei, als Uli Hoeneß in sein neues Leben als Ex-Präsident des FC Bayern München startete. "Ich muss das alles erst noch verarbeiten. Es war eine emotionale Sache", sagte der 67-Jährige nach einer langen Jahreshauptversammlung des deutschen Fußball-Rekordmeisters, die eine perfekte Inszenierung war.

"Ich habe mich so sauwohl gefühlt", sagte Hoeneß, der die Münchner Olympiahalle in der Nacht zum Samstag als Ehrenpräsident verließ. Dem entsprechenden Antrag, den sein zum nächsten Bayern-Präsidenten gewählter Nachfolger Herbert Hainer gestellt hatte, stimmten die 6091 anwesenden Mitglieder mit lautem Applaus zu.

Doch eine Sache versaute Hoeneß im Anschluss an die Jahreshauptversammlung die Stimmung: ein paar "Krakeeler" - wie der Bayern-Patron sie nannte - hatten sich am Ende der Veranstaltung zu Wort gemeldet und darüber ärgerte sich der 67-Jährige mal wieder gewaltig.

Die Kritiker hätten die Versammlung "unter dem Deckmantel der Demokratie und freien Meinungsäußerung beschädigt", polterte er auf der anschließenden Pressekonferenz. "Ich war kurz davor, auf die Bühne zu gehen."

Uli Hoeneß poltert: "Geht doch nach Hause!"

Herbert Hainer, neuer Präsident des FC Bayern (l) und Karl-Heinz Rummenigge (r), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, ernnen Uli Hoeneß zum Ehrenpräsidenten.
Herbert Hainer, neuer Präsident des FC Bayern (l) und Karl-Heinz Rummenigge (r), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, ernnen Uli Hoeneß zum Ehrenpräsidenten.  © DPA

Vor allem die Kritik an Sportdirektor und künftigem Vorstand Hasan Salihamidzic (42) dürfte Hoeneß dabei ein Dorn im Auge gewesen sein.

Die Bild-Zeitung zitiert die Wortmeldung eines Mitglieds wie folgt: "Heute ist er eher derjenige, der vielleicht das Scouting revolutioniert hat, zum Beispiel mit Alphonso Davies, der uns begeistert, der sich aber im Wochen-Rhythmus nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dabei rede ich nicht von seiner fehlenden Eloquenz. Ein großer Redner wird er wohl eher nicht werden. Ich empfehle einen Rhetorik-Kurs! Vielleicht sollten Sie sich überlegen, ob man Hasan Salihamidzic wirklich einen Gefallen tut, wenn man ihn in den Vorstand beruft."

Hoeneß sprach den kritischen Mitgliedern noch eine Empfehlung aus: "Geht doch nach Hause! Es ist keiner gezwungen, Mitglied beim FC Bayern zu sein."

Mit zwölf Millionen Mark Umsatz und sieben Millionen Mark Schulden legte Hoeneß als 27-Jähriger am 1. Mai 1979 als Manager beim FC Bayern los.

An seinem groß zelebrierten Abschiedsabend durfte er sich einmal mehr über imposante Wirtschaftsdaten freuen. Der Umsatz stieg auf den Rekordwert von 750,4 Millionen Euro in der abgelaufenen Spielzeit. Der Gewinn nach Steuern betrug 52,5 Millionen Euro.

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