Dieses Fahrzeug soll in Bayern bei Terroreinsätzen der Polizei helfen

Friedberg - Wenige Stunden vor der Übergabe eines Spezialfahrzeugs wird die Notwendigkeit noch einmal auf bittere Weise deutlich. Kurz nach dem Anschlag in Hanau bekommt die bayerische Polizei einen Anti-Terror-Geländewagen.

Laut Joachim Herrmann ist es "hervorragend angelegtes Geld für mehr Sicherheit".
Laut Joachim Herrmann ist es "hervorragend angelegtes Geld für mehr Sicherheit".  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach dem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag in Hanau hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (63, CSU) die Bedeutung einer guten Ausstattung der Polizei-Spezialeinheiten betont.

Die Sicherheitsbehörden müssten auf solche Anschläge vorbereitet sein, sagte er am Donnerstag in Friedberg bei Augsburg bei der Übergabe eines Spezialfahrzeuges für Einsätze bei Terroranschlägen und entsprechenden Amokläufen in Bayern.

Der mehr als fünf Tonnen schwere Geländewagen des Panzerwagen-Herstellers ACS wird künftig bei den Spezialeinheiten in München stationiert.

Bis Mai soll ein weiterer Wagen geliefert werden, der dann in Nürnberg eingesetzt werden soll. Der Freistaat investiert rund 2,4 Millionen Euro in die Fahrzeuge.

"Das ist hervorragend angelegtes Geld für mehr Sicherheit", sagte Herrmann. Im hessischen Hanau hatte am Mittwochabend ein 43-jähriger Deutscher zehn Menschen, vorwiegend Migranten, erschossen und sich in der Folge selbst getötet.

Herrmann betonte, dass es auch im Freistaat Bayern in den vergangenen Jahren Anschläge gegeben habe.

Joachim Herrmann erinnert an schreckliche Taten der letzten Jahre

Die Sicherheitsbehörden müssen auf entsprechende Anschläge vorbereitet sein.
Die Sicherheitsbehörden müssen auf entsprechende Anschläge vorbereitet sein.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Besonders erinnerte er an die drei Taten binnen weniger Tage im Sommer 2016, darunter der Anschlag mit zehn Toten am Olympia-Einkaufszentrum in München.

In der Folge hatte sich die Staatsregierung entschieden, die Polizei mit sogenannten Offensivfahrzeugen auszustatten. Nach einer europaweiten Ausstattung ging der Auftrag an das Unternehmen ACS in Schwaben.

Die zwei Polizeiwagen erinnern eher an Militärfahrzeuge, haben sogar einen Geschützstand auf dem Dach. Beide sind besonders stark gegen Beschuss gepanzert. Die Fahrzeuge sind für Einsätze vorgesehen, wenn schwerbewaffnete Täter größtmöglichen Schaden anrichten wollen.

"Darauf müssen wir bestmöglich vorbereitet sein, auch wenn unseren Sicherheitsbehörden derzeit keine konkreten Anschlagsgefahren bekannt sind", meinte Herrmann im Hinblick auf die Situation.

ACS liefert solche Fahrzeuge sonst auch an die Bundeswehr aus. Bayerns Polizei bekommt ein Modell, dass trotz des besonderen Schutzes aufgrund von geringen Abmessungen auch für Einsätze in entsprechenden Städten geeignet ist.

Damit könnten die Spezialeinheiten sicher an den Einsatzort gelangen und gegen die Täter vorgehen, erklärte der Minister. "Zudem können sie mit Hilfe des Fahrzeugs Menschen aus Gefahrenzonen bringen."

ACS gehörte einst zum Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann und wurde 2003 zu einem selbstständigen Unternehmen. Rund 60 Mitarbeiter fertigen im bayerischen Friedberg die Fahrzeuge. Basis für diese Umbauten sind in diesem Kontext Mercedes-Benz-Geländewagen.

Kurz nach dem Anschlag in Hanau bekommt die bayerische Polizei einen Anti-Terror-Geländewagen.
Kurz nach dem Anschlag in Hanau bekommt die bayerische Polizei einen Anti-Terror-Geländewagen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0