Stimmung brodelt! Hier geht die Angst um, weil die Polizei nachts Asylbewerber abholt

Fürstenfeldbruck - Die Flüchtlingsunterkunft in Fürstenfeldbruck nahe München steht seit Langem in den Schlagzeilen.

Die Belegungszahlen in der Unterkunft Fürstenfeldbruck sollen zu hoch sein.
Die Belegungszahlen in der Unterkunft Fürstenfeldbruck sollen zu hoch sein.  © DPA

Die Polizei hatte erst am Mittwoch eine Demonstration von Flüchtlingen im oberbayerischen Fürstenfeldbruck aufgelöst. Weil die Demonstranten den Verkehr in der Innenstadt lahmlegten, seien Flüchtlinge weggeschoben und weggedrückt worden, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Zudem sei dem Willen der Polizisten mit bellenden Diensthunden Nachdruck verliehen worden. Ein Beamter wurde bei der Aktion verletzt.

Über verletzte Demonstranten lagen keine Informationen vor. Vorm Rathaus protestierten rund 150 Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst gegen aus ihrer Sicht unzureichende Geldleistungen, das Essen in der Unterkunft und die Unterbringung, wie der Polizei-Sprecher sagte. Die Polizei muss oft anrücken in er Unterkunft.

Auseinandersetzungen zwischen untergebrachten Asylbewerbern auch gegenüber dem Wachdienst sind an der Tagesordnung.

Es ist ein ehemaliges Fliegerhorst-Gelände. Dort sollen inzwischen mehr als 1000 Asylbewerber und Flüchtlinge untergebracht sein.

Landtagsabgeordneter Herbert Kränzlein.
Landtagsabgeordneter Herbert Kränzlein.  © DPA

Die Situation in der Unterkunft ist von Angst geprägt. Weil die Polizei nachts verstärkt Ausreisepflichtige aus der Unterkunft zur Abschiebung abhole, wird die Stimmung unter den "Insassen" gereizter (TAG24 berichtete).

Panik unter den Asylbewerbern mache sich breit. Die Angst vor den Abschiebungen führe dazu, dass sich viele der Asylsuchenden verstecken. Andere tauschten etwa unerlaubt die Zimmer. "Alle zittern, alle haben Angst", beschrieben Caritas-Mitarbeiter die Situation.

Nun in der Mitte dieser Woche die Demo der Asylsuchenden, bei der es zum Polizeieinsatz kam.

Aber wie weiter in Fürstenfeldbruck? Nach dem Protest in der Brucker Innenstadt hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Kränzlein an die bayrische Staatsregierung gewandt.

Unter anderem möchte er laut "Merkur.de" erfahren, wie hoch der Anteil an allein reisenden Männern ist, "warum Flüchtlinge aus Manching nach Bruck verlegt wurden", wie viele haben kein Bleiberecht, wie lange die Unterkunft bleiben soll, wie die Streichung von Leistungen bewertet wird und wie die Sicherheitskräfte entlastet werden sollen.

Die AfD-Landtagskandidatin für den Stimmkreis-West, Edeltraut Schwarz, kritisiert "den Vorfall". Aktionen dieser Art seien geeignet, die Stabilität des gesellschaftlichen Lebens nachhaltig zu schädigen, schreibt sie. "Deshalb sind wir nicht bereit, diese Rechtsverstöße weiterhin zu dulden." Sie fordere unter anderem, dass Asylbewerber, die Straftaten begehen, ihren Status sofort verlieren sollen sowie die Inhaftierung von Flüchtlingen, die Passanten oder Polizisten angegriffen haben.


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