So reagieren Thüringens Parteien auf die Ergebnisse der Bayernwahl

Erfurt - Die Parteien in Thüringen haben das Ergebnis der bayerischen Landtagswahl als Schlappe für die regierende CSU gewertet.

Horst Seehofer und seine CSU haben viele Stimmverluste hinnehmen müssen.
Horst Seehofer und seine CSU haben viele Stimmverluste hinnehmen müssen.  © DPA

CDU-Generalsekretär Raymond Walk sprach am Sonntagabend von einem schweren Schlag für die Schwesterpartei, die aber dennoch den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten habe.

SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee äußerte, der Versuch der CSU, die AfD rechts zu überholen, sei kläglich gescheitert. Das historisch schlechte Wahlergebnis der SPD führte Tiefensee auf die Bundespolitik zurück. Die Grünen sprachen angesichts ihres bislang besten Wahlergebnisses in Bayern von Rückenwind auch für Thüringen.

Die CSU hat bei der Landtagswahl in Bayern die absolute Mehrheit klar verloren und ist nach den bisherigen Hochrechnungen auf einen Koalitionspartner angewiesen. Thüringens CDU-Generalsekretär Walk sieht dennoch gute Chancen auf eine bürgerliche Regierung im benachbarten Freistaat.

Den Kurs der bayerischen CSU im Wahlkampf wollte Walk nicht bewerten. Dies sei Sache jener, die vor Ort dafür verantwortlich seien. SPD-Landeschef Tiefensee haderte angesichts des SPD-Wahldesasters mit der Bundespolitik. "Die Situation auf der Bundesebene war nicht hilfreich und hat viel Vertrauen und letztlich Zustimmung gekostet." Es sei den Sozialdemokraten in Bayern nicht gelungen, die guten Zustimmungswerte für ihre Spitzenkandidatin Natascha Kohnen in Wählerstimmen umzumünzen.

Auch Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow sprach von einer Klatsche für die Politik der Bundesregierung und die Koalition von CDU,CSU und SPD. Die Linke ist in Bayern an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Für die Landessprecherin der Grünen, Stefanie Erben, hat sich in Bayern gezeigt, dass mit einem klaren, mutigen, proeuropäischen und progressiven Kurs Wahlen gewonnen werden können.

Das Wahlergebnis der AfD zeigt aus Sicht von deren Thüringer Landessprecher Björn Höcke, dass die AfD kein ostdeutsches Phänomen mehr ist. Die Partei hat in Bayern erstmals den Einzug in den Landtag geschafft.

Titelfoto: DPA

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