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Verkehrsunfälle, Sperrungen und festsitzende Menschen: Retter im Dauereinsatz

Wetter in Bayern: Schnee sorgt im Freistaat für Einsätze von Polizei und Feuerwehr - Menschen bei Unfällen verletzt

Der Winter hat Teile Bayerns fest im Griff. In Niederbayern ist es deshalb zu vielen Polizei- und Feuerwehreinsätzen gekommen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Deggendorf - Der Winter hat Teile Bayerns auch weiter fest im Griff: Viel Neuschnee hat in Niederbayern allein in der Nacht zu Sonntag zu mehr als 150 Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt.

Auch Hubschrauber werden im Kampf gegen den Schnee eingesetzt. (Symbolbild)
Auch Hubschrauber werden im Kampf gegen den Schnee eingesetzt. (Symbolbild)

So gab es bis zum Morgen 24 Unfälle. Ein Mensch wurde bei einem Zwischenfall, der sich aufgrund des Wetters ereignete, schwer verletzt. Dies teilte die zuständige Polizei mit.

Vielerorts stürzten wie in den Landkreisen Deggendorf und Straubing-Bogen Bäume auf die Straßen, weil das enorme Gewicht der Schneemassen auf Dauer zu groß war.

Etliche Straßen sind deswegen nach wie vor nicht passierbar. Abhilfe ist nicht möglich.

Bergungsarbeiten sind den Angaben zufolge für die eingesetzten Helfer derzeit zu gefährlich. Der Grund: Weitere Bäume könnten jederzeit umstürzen.

Gesperrt sind in der Folge zunächst auch die Bundesstraße 11 zwischen Regenhütte und Bayerisch Eisenstein sowie die B85 zwischen Hörmannsdorf und Tittling.

Wetter-Chaos: Ende nicht in Sicht

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat indes für die kommenden Tage in Bayern erneut starken Schneefall angekündigt. Für Oberbayern und Schwaben gab er eine Unwetterwarnung heraus: Oberhalb von 1000 Metern soll es zwischen Samstagabend und Dienstag extrem starken Schneefall geben - von bis zu einem Meter Neuschnee.

In den Alpen und im Bayerischen Wald rechnen die Experten oberhalb von 600 Metern mit 20 bis 50 Zentimetern Schnee und ab 800 Metern mit 50 bis 70 Zentimetern. Insgesamt ergäben sich in der Folge teilweise extreme Schneehöhen.

Im Alpenvorland soll es Sturm mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern geben, in den Hochlagen der Alpen und des Bayerischen Waldes mit bis zu 100 Stundenkilometern. Es sei mit Verwehungen zu rechnen.

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Update 16.40 Uhr: 1300 Menschen sitzen wegen Lawine fest

Nach einem Lawinenabgang auf eine Kreisstraße sitzen rund 1300 Einwohner und Touristen in dem Wintersportort Balderschwang im Allgäu fest. Zunächst hatte die Polizei noch von 2000 isolierten Menschen gesprochen, diese Zahl jedoch nun entsprechend nach unten korrigiert.

Die Kreisstraße aus Österreich nach Balderschwang wird laut Polizeiangaben von Sonntag noch bis einschließlich Montag gesperrt bleiben. Sollte die Räumung der Schneemassen früher gelingen, werde dies über den Verkehrsfunk bekannt gegeben.

Update 16.35 Uhr: Ursula von der Leyen sichert Hilfe zu

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (60, CSU) hat den vom Schneechaos betroffenen Landkreisen in Bayern weiter Hilfe zugesichert. Im Landkreis Berchtesgaden herrscht nach tagelangem Schneefall Katastrophenalarm.

"Die Bundeswehr bleibt so lange, wie sie gebraucht wird", sagte die Ministerin bei ihrem Besuch in Berchtesgaden. Dutzende Soldaten helfen beim Freischaufeln von Hausdächern. Zudem begannen sie am Sonntag, die Straße in den Ortsteil Buchenhöhe freizuschneiden.

Derzeit helfen rund 400 Soldaten allein im Raum Berchtesgaden, wie der Presseoffizier der Gebirgsjägerbrigade 23, Eckhard Michel, am Sonntag sagte. Außerdem sind Hunderte Helfer von THW, Feuerwehr und anderen Organisationen im Einsatz. Begleitet wurde von der Leyen von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (41, CSU).

Das Schneechaos in den bayerischen Alpen dauert an. Seit der Nacht zum Sonntag schneite es in den Katastrophenregionen im Süden des Freistaates weiter. Bei Plusgraden begann es am Morgen zudem mancherorts zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Hausdächer.

Neben dem Kreis Berchtesgadener Land herrscht auch in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Traunstein der Katastrophenfall.

Ursula von der Leyen (l.) hat den betroffenen Landkreise vor Ort weitere Hilfe zugesichert.
Ursula von der Leyen (l.) hat den betroffenen Landkreise vor Ort weitere Hilfe zugesichert.

Update 15.40 Uhr: Volleyball-Partie fehlt Schnee zum Opfer

Die AlpenVolleys Haching können nach den heftigen Schneefällen auch ihr Heimspiel im Europapokal gegen Trentino Volley nicht austragen. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, sei es logistisch nicht möglich, die Halle in Unterhaching für die Partie am Dienstag spielbereit zu bekommen.

Die Gemeinde hatte die Bayernwerk Sportarena wegen der Schneemassen auf dem Dach schon für das Bundesligaspiel am Sonntag gegen VCO Berlin gesperrt. Für die Partie im CEV Cup gegen den Clubweltmeister wird nicht garantiert, dass der Schnee geräumt und die Halle rechtzeitig bezogen werden kann.

Die Alpenvolleys wollten das Match deshalb in Innsbruck austragen, wo das Team auch Ligaspiele bestreitet. Weil der europäische Verband dem Antrag aber nicht stattgab, blieb den Hachingern somit nichts anderes übrig, als das Heimrecht abzugeben und die Partie in Trient auszutragen.

"Wir haben schnell reagieren müssen", sagte AlpenVolleys-Chef Hannes Kronthaler und schob unmittelbar nach: "Wir hätten uns nicht nur auf ein großartiges Match vor den heimischen Fans gefreut, sondern auch über die Einnahmen."

Update 15.05 Uhr: 1700 Soldaten sind im Einsatz

Insgesamt 1700 Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 sind am Sonntag im Freistaat nach Bundeswehrangaben im Schnee-Einsatz. Zusätzlich helfen Soldaten des IT-Bataillons 293, der Streitkräftebasis, des Sanitätsdienstes und der Luftwaffe.

Mehrere Tausend Helfer von Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz, Bereitschaftspolizei und weiterer Organisationen schaufeln Dächer frei, räumen Straßen und sichern Bäume.

Auch Kräfte der Bundeswehr sind seit Tagen in den Krisengebieten im Einsatz. (Archivbild)
Auch Kräfte der Bundeswehr sind seit Tagen in den Krisengebieten im Einsatz. (Archivbild)

Update 14.35 Uhr: Schneebrocken fällt von Brücke auf Auto

Noch mal Glück hatte ein 64 Jahre alter Autofahrer auf der Autobahn 3 im Landkreis Passau: Ein Schneebrocken fiel bei Tauwetter am Sonntagvormittag von einer Brücke bei Hofkirchen und landete während der Fahrt auf der Windschutzscheibe seines Wagens.

Trotz des Schreckens über den Aufprall und großflächigen Rissen auf der Scheibe, habe der 64-Jährige die Kontrolle über sein Auto behalten und auf dem nächsten Parkplatz halten können, teilte die Polizei mit.

Von dort ging es nur noch mit Hilfe eines Abschleppdienstes weiter - durch die zersprungene Frontscheibe konnte der Fahrer kaum noch etwas sehen.

Update 13.30 Uhr: Schneepflug kracht frontal in Fahrzeug

Ein Schneepflugfahrer hat im Allgäu frontal ein anderes Auto gerammt und ist dann zu Fuß geflüchtet. Weit kam der 37-Jährige bei Weitnau im Landkreis Oberallgäu im Anschluss aber nicht.

Der Fahrer hatte bei dem winterlichen Wetter bei seinem Fluchtversuch ein kleines, aber letztlich entscheidendes Detail außer Acht gelassen.

Der Fahrer eines Schneepflugs hat ein anderes Auto frontal gerammt. (Symbolbild)
Der Fahrer eines Schneepflugs hat ein anderes Auto frontal gerammt. (Symbolbild)

Update 13.15 Uhr: Skigebiet im Bayerischen Wald gesperrt

Im Skigebiet am Arber im Bayerischen Wald wurde der Liftbetrieb eingestellt. Die Staatsstraße von Lohberg zum Arber ist nach Angaben des Landratsamtes Cham gesperrt. Im Nationalpark Bayerischer Wald sind zudem die Loipen nicht befahrbar.

Außerdem hat die Nationalparkverwaltung die Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein samt Tierfreigelände bis Dienstag gesperrt und rät von Spaziergängen im Bayerischen Wald dringend ab.

Es seien bereits Dutzende Bäume und starke Äste auf Wanderwege gefallen, teilte die Verwaltung mit. Es herrsche aus diesem Grund sogar Lebensgefahr.

Update 11.55 Uhr: Menschen sitzen nach Lawine fest

Nach einer Lawine sitzen rund 2000 Einwohner und Touristen im Wintersportort Balderschwang im Allgäu fest.

"Der Riedbergpass ist vorsorglich gesperrt, weil auch hier Lawinengefahr herrscht", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Damit ist die einzige Verbindung von deutscher Seite aus zum Tourismusziel blockiert. Zuvor war auf österreichischer Seite bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Verletzte gab es nicht.

Immerhin: Die Versorgung für die in rund 1000 Meter Höhe liegenden Gemeinde ist allerdings vorerst gesichert. Die Stromleitungen sind intakt. "Eine Evakuierung ist derzeit nicht geplant", hieß es.

Wann der Ort wieder erreichbar ist, war zunächst unklar. Wegen der Schneelast auf den Bäumen und der Lawinengefahr ist das Befahren des Passes riskant. Eine Kommission mit Experten der Bergwacht und der Behörden wollte am Mittag das weitere Vorgehen beraten.

Nach einem Lawinenabgang sitzen viele Menschen in Balderschwang im Allgäu fest. (Symbolbild)
Nach einem Lawinenabgang sitzen viele Menschen in Balderschwang im Allgäu fest. (Symbolbild)

Update 10.45 Uhr: Züge wegen des Schnees langsam unterwegs

Wegen des Winterwetters lässt die Deutsche Bahn ihre Züge im Allgäu auf Sicht fahren. Betroffen ist die Strecke zwischen München und Lindau. "Zwischen Immenstadt und Oberstaufen könnten verschneite Bäume ins Gleis stürzen", sagte ein Sprecher der Bahn.

Deshalb würden alle Züge des Fern- und Nahverkehrs dort mit deutlich weniger Tempo fahren. Bahnreisende müssten sich auf Verspätungen von 20 Minuten einstellen.

Wegen zuviel Schnee herrscht auf etlichen Strecken im südlichen Oberbayern Stillstand. Ab Holzkirchen gibt es aktuell keine Fahrten ins Oberland. Unterbrochen ist derzeit weiterhin auch die Verbindung von Freilassing nach Berchtesgaden.

Züge in Richtung Garmisch sind vereinzelt verspätet, die Strecke zwischen Murnau und Oberammergau war wegen einer eingefrorenen Weiche blockiert. Auch im Bayerischen Wald sind Streckensperrungen nach wie vor in Kraft.

Update 9.20 Uhr: Baum stürzt auf B2 - Auto rast in Transporter

Auf der Bundesstraße 2 bei Rehau ist es aufgrund des Schneefalls am Samstagabend zu einem Verkehrsunfall gekommen.

Der Fahrer eines DHL-Transporters musste einem auf die Straße gestürzten Baum ausweichen, ein entgegenkommendes Auto hatte daraufhin keine Ausweichmöglichkeit.

Ein Auto mit vier Insassen konnte nicht mehr ausweichen. Mehrere Personen wurden verletzt.
Ein Auto mit vier Insassen konnte nicht mehr ausweichen. Mehrere Personen wurden verletzt.

Update 9.15 Uhr: Weiterer Neuschnee am Alpenrand

Nach einer kurzen Atempause für Helfer und Anwohner in Bayern schneit es seit der Nacht zum Sonntag am Alpenrand weiter. "Wir verzeichnen am Morgen 25 Zentimeter Neuschnee in Teisendorf, 30 Zentimeter in Ruhpolding und 21 Zentimeter in Garmisch", sagte ein Sprecher des Wetterdienstes.

Menschen in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein, wo der Katastrophenfall gilt, müssen mit weiteren Schneemassen zurechtkommen.

Die Experten rechnen zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten.

Bei Plusgraden begann es am Sonntagmorgen teilweise auch zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Dächer von Wohnhäusern und Gebäuden in den betroffenen Regionen. Ab Montag soll es wieder kälter werden - dann könnte örtlich über ein Meter Neuschnee fallen.

Update 9.10 Uhr: Polizei sperrt Straßen nach Sankt Englmar

Die Polizei hat die Straßen ins niederbayerische Sankt Englmar gesperrt. Die Schneelast auf den Bäumen sei zu hoch, teilte die Behörde am Sonntagmorgen mit.

Aus Sicherheitsgründen wurde darüber hinaus der Skibetrieb in dem Wintersportort im Landkreis Straubing-Bogen eingestellt. Eine Anfahrt ist derzeit nicht möglich. Die Sperrung gilt den Angaben zufolge bis auf Weiteres.

Die Rettungskräfte und weitere Helfer befinden sich in Teilen Bayerns im Dauereinsatz. (Symbolbild)
Die Rettungskräfte und weitere Helfer befinden sich in Teilen Bayerns im Dauereinsatz. (Symbolbild)
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei sind in Teilen Bayerns im Dauereinsatz. (Symbolbild)
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei sind in Teilen Bayerns im Dauereinsatz. (Symbolbild)

Fotos: DPA, NEWS5/Goppelt

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