Baywatch in Sachsen: „Ein Tag, an dem nichts passiert, ist ein guter Tag“

Original und Fälschung? David Hasselhoff hat es in den 90ern vorgemacht.
Original und Fälschung? David Hasselhoff hat es in den 90ern vorgemacht.  © Daniel Förster, Sat1

Dresden - Die warmen Sonnentage trieben in der vergangenen Woche die Sachsen wieder in Scharen in die Freibäder und an Badeseen.

Doch 28 Badetote in Sachsen im Vorjahr (2015: 15) mahnen zur Vorsicht. Denn immer seltener wachen ausgebildete Rettungsschwimmer über den Badespaß.

Wie der junge David Hasselhoff wirft sich Josef Mühne (19) die Rettungsboje über die Schulter, bereit zum rettenden Sprung ins Wasser. Doch Action wie im aktuellen Kinostreifen und der erfoglreichen TV-Serie „Baywatch“ gibt’s eher selten.

„Einmal hatte ich ein elfjähriges Mädchen, das ungünstig auf dem Wasser aufgekommen ist“, erzählt der Rettungsschwimmer. Doch meist käme er nur wegen Bagatellen wie kleinen Schnittverletzungen zum Einsatz.

„Ein Tag, an dem nichts passiert, ist ein guter Tag“, sagt der Pirnaer.

Die Rettungsschwimmer Alex Beck (20, l.) und Philipp 
Baumgart (21) mit Kollege Josef Mühne (20).
Die Rettungsschwimmer Alex Beck (20, l.) und Philipp Baumgart (21) mit Kollege Josef Mühne (20).  © Daniel Förster

Damit er trotzdem für den Ernstfall gewappnet ist, trainiert er zweimal die Woche im Albert-Schwarz-Bad in Heidenau. Ausdauer, Krafttraining und das Üben der Rettungstechniken - wie Ziehen und Schleppen - stehen dann auf dem Plan. Seit zwei Jahren ist er Mitglied bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Inzwischen besitzt der Abiturient das Silber-Abzeichen im Rettungsschwimmen und steuert nun Gold an.

„Ich habe einfach ein besseres Gefühl. Man ist ausgebildet und weiß, was im Notfall zu tun ist.“

Doch was, wenn im Notfall kein Rettungsschwimmer da ist - wie etwa am Markkleeberger oder Cospudener See? „In den letzten Jahren beobachten wir die Tendenz, dass die Betreiber der Badegewässer in den Ausschreibungen allein auf den Preis und nicht auf die Qualität der Dienstleistung schauen“, meint Joachim Weiß, Landesreferent der DRK Wasserwacht. Problem: Für Betreiber von Badegewässern gibt es keine gesetzliche Pflicht, eine Absicherung an Gewässern zu gewährleisten.

Hier sieht Sebastian Knabe (25), Interimsgeschäftsführer des Landesverbands der DLRG, Nachbesserungsbedarf: „Es müssten alle Gewässer abgesichert werden. Vor allem wenn eine Badegenehmigung dafür erteilt wurde.“

Stattdessen werde häufig nur ein „Baden auf eigene Gefahr“-Schild aufgestellt.

Die größte Gefahrenquelle beim Baden ist übrigens die eigene Selbstüberschätzung. Deshalb: Immer schön vorsichtig sein - passen Sie gut auf sich auf!





Der Rettungsschwimmer von Heidenau: Josef Mühne (19) trainiert bei der 
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), hier im Albert-Schwarz-Bad.
Der Rettungsschwimmer von Heidenau: Josef Mühne (19) trainiert bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), hier im Albert-Schwarz-Bad.  © Daniel Förster

Titelfoto: Daniel Förster


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