Herren-Duo steht im Achtelfinale der Beachvolleyball-WM

Hamburg – Die Hamburger Beachvolleyball-WM hat ab sofort neue Fanlieblinge. Julius Thole und Clemens Wickler begeisterten in der ersten K.o.-Runde rund 10.000 Zuschauer am Hamburger Rothenbaum und stehen als einziges deutsches Männerteam im Achtelfinale.

Julius Thole (links) und Clemens Wickler freuen sich über ihren Sieg.
Julius Thole (links) und Clemens Wickler freuen sich über ihren Sieg.  © dpa/Christian Charisius

"Das ist unglaublich geil", jubelte der 24 Jahre alte Wickler. Der Abwehrspieler setzte beim 2:0 (22:20, 21:19) gegen Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen aus den Niederlanden mit einem erfolgreichen Block den Schlusspunkt unter eine dramatische Partie.

"Clemens musste mir wieder die Show stehlen", kommentierte Spezialist Thole lächelnd den letzten Punktgewinn.

Thole hatte zuvor in seinem Hauptjob zwölf erfolgreiche Blocks gesetzt. Die derzeitige Nummer zwölf in der Welt beeindruckte am Donnerstag die holländischen Weltmeistern von 2013, die aber immer wieder zurückschlugen.

"Wir sind ruhig geblieben", sagte der Hamburger Thole. Der ein Jahr ältere gebürtig Bayer Wickler, der eigentlich so gut wie nie am Block zu finden ist, sagte zu seinem letzten Punkt: "Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt."

Am Freitag trifft das Duo, das am Verbandsstützpunkt in Hamburg von Martin Olenjak und Markus Dieckmann und neuerdings auch von Laura-Ludwig-Coach Jürgen Wagner trainiert wird, im Achtelfinale auf die erfahrenen Brasilianer Alison/Avaro Filho.

Zweites deutsches Team verlor gegen US-Amerikaner

Lars Flüggen landet bei einer Aktion im Sand.
Lars Flüggen landet bei einer Aktion im Sand.  © dpa/Christian Charisius

Alison hat schon zweimal die WM und einmal Olympia gewonnen. Doch Thole/Wickler sehen mit der "gigantischen Unterstützung der Fans" durchaus ihre Chance: "Wenn der Trainer uns nochmals so gut einstellt, können sich die Brasilianer ziemlich warm anziehen", sagte Thole. "Das ist unfassbar, was hier passiert ist", ergänzte der 2,06-Meter-Mann.

Das zweite Herren-Nationalteam, Nils Ehlers und Lars Flüggen, scheiterten zum Start der Alles-oder-nichts-Phase nur knapp an den US-Amerikanern Tri Bourne und Tevor Crabb.

Nach einem starken ersten Durchgang hieß es am Ende 1:2 (21:15, 19:21, 10:15). Im zweiten Satz fehlte ein Punkt", sagte der 25 Jahre alte Ehlers, der die WM dennoch als einen "wichtigen Schritt Richtung Tokio 2020" einordnete.

Der 29-jährige Abwehrspieler Flüggen war schon 2016 in Rio bei den Olympischen Spielen dabei, scheiterte mit dem damaligen Partner Markus Böckermann in der Gruppenphase.

Der Weg mit Ehlers zu Olympia 2020 wird schwer. "Den zweiten Satz hätten wir gewinnen können. Emotional war es danach eine schwierige Situation. Eigentlich waren wir wieder da. Aber wenn du Kacke an der Hand hast, hast du Kacke an der Hand", kommentierte Flüggen die zu vielen verschlagenen Bälle.

Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann, ebenfalls als Nationalteam eingestuft, blieben gegen die WM-Mitfavoriten Anders Mol und Christian Sorum aus Norwegen chancenlos. Zwar hielt das Hamburger Duo zunächst mit, am Ende aber hieß es deutlich 0:2 (13:21, 13:21).

Für die Entwicklung im deutschen Männerbereich ist die WM zumindest ein Hoffnungsschimmer. "2012 war der letzte große Erfolg bei den Männern da", erinnerte Julius Brink an den eigenen Olympiasieg in London mit Jonas Reckermann. Danach habe es der Verband "völlig verschlafen", die Aufmerksamkeit zu nutzen und die Entwicklung voranzutreiben. "Das ist brutal schwer aufzuholen."

2016 schaffte es nur ein Männerteam nach Rio de Janeiro. 2017 wurde dann der zentrale Leistungsstützpunkt in Hamburg gegründet. "Mir war klar, dass es ein Langstreckenlauf wird", erklärte Chefbundestrainer Olejnak.

Damen-Team scheidet aus

Werden nach ihrem Ausscheiden vom Maskottchen umarmt: Karla Borger (links) und Julia Sude.
Werden nach ihrem Ausscheiden vom Maskottchen umarmt: Karla Borger (links) und Julia Sude.  © dpa/Christian Charisius

Für Karla Borger und Julia Sude ist die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Hamburg beendet. Das Stuttgarter Nationalduo unterlag am Donnerstag im Achtelfinale gegen die Brasilianerinnen Barbara/Fernanda mit 1:2 (21:10, 17:21, 11:15).

Das einzig im Wettbewerb verbliebene deutsche Damen-Team schockte zunächst die brasilianischen Kontrahentinnen mit einem starken und makellosen ersten Satz, verlor aber dann die Linie. Die Entscheidung fiel vor rund 10.000 Zuschauern am Hamburger Rothenbaum im Tiebreak, als Borger/Sude zu viele eigene Fehler produzierten.

Die 30 Jahre alte Abwehrspielerin Borger, die 2013 mit Britta Büthe schon Vizeweltmeisterin war, und ihre ein Jahr ältere Blockspielerin Sude, hätten sich im Kampf um ein Ticket für Olympia 2020 mit dem Einzug ins Viertelfinale noch ein Stück weiter von der nationalen Konkurrenz absetzen können.

WM-Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Laura Ludwig und deren Partnerin Margareta Kozuch waren wie alle anderen deutschen Damen-Teams außer Borger/Sude bereits in der ersten K.o.-Runde gescheitert.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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