Verteidiger sehen keine Beweise für Beteiligung Zschäpes an NSU-Verbrechen

München - Die beiden Wunschverteidiger von Beate Zschäpe haben sich am Donnerstag gegen eine Bestrafung der mutmaßlichen Rechtsterroristin wegen Mittäterschaft an den Morden des NSU gewandt.

Beate Zschäpe steht seit rund fünf Jahren in München vor Gericht.
Beate Zschäpe steht seit rund fünf Jahren in München vor Gericht.  © DPA

Zschäpes Anwalt Mathias Grasel sagte in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München, Zschäpe sei weder an der Planung noch an der Durchführung der Morde beteiligt gewesen.

Die Beweisaufnahme im NSU-Prozess habe dafür keine Beweise gebracht. Die in mehreren höchstrichterlichen Urteilen aufgestellten Kriterien für Mittäterschaft seien nicht erfüllt. Einen Antrag für die Strafzumessung will Grasels Kollege Hermann Borchert voraussichtlich am frühen Nachmittag stellen.

Die Bundesanwaltschaft hatte Zschäpe dagegen als Mittäterin bezeichnet, die für alle Verbrechen voll verantwortlich sei und darum so zu bestrafen sei, als habe sie sie selber verübt.

Zschäpe hatte fast 14 Jahre mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund gelebt. Das Trio war am 4. November 2011 nach einem misslungenen Überfall der beiden Männer in Eisenach aufgeflogen. Mundlos und Böhnhardt nahmen sich nach dem misslungenen Überfall das Leben.

Update 14.22 Uhr: Die Verteidiger der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe haben eine maximal zehnjährige Haftstrafe für ihre Mandantin gefordert. Zschäpe sollte demnach nur wegen besonders schwerer Brandstiftung und Beihilfe zu mehreren Raubüberfällen verurteilt werden.

Titelfoto: DPA

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