Brutaler Drogenkampf: Verzweifelter Dad will Sohn in "Beautiful Boy" retten!

Berlin - Nach dem großartigen "Ben Is Back" kommt am 24. Januar mit "Beautiful Boy" bereits der nächste emotional aufwühlende Film über einen drogenabhängigen Teenager in die deutschen Kinos.

David Sheff (r., Steve Carrell) versucht alles, um zu seinem Sohn Nic (Timothèe Chalamet) durchzudringen.
David Sheff (r., Steve Carrell) versucht alles, um zu seinem Sohn Nic (Timothèe Chalamet) durchzudringen.  © PR/AMAZON CONTENT SERVICES LLC. François Duhamel

Die auf einer wahren Geschichte beruhende Verfilmung des Buches von David Sheff (Steve Carrell) beginnt direkt mit dem frei arbeitenden Journalist.

Er ist bei einem Drogenexperten zu Besuch - allerdings nicht, um ihn für ein Interview zu befragen, sondern aus persönlichen Gründen.

Denn sein Sohn Nic (Timothée Chalamet) ist abhängig von Crystal Meth. Für David, der seinen Sohn über alles liebt und ihm deshalb irgendwie helfen will, eine menschliche Katastrophe.

Er versucht es auf jede erdenkliche Art, dringt aber einfach nicht zu dem hochintelligenten Jungen durch.

Dabei war früher alles anders. Damals war Nic ein guter Sohn, der ein sehr gutes Verhältnis zu David pflegte, obwohl der sich von Vicki (Amy Ryan) getrennt hatte. Beide haben nun seit vielen Jahren neue Partner.

Doch Nic veränderte sich und verschwindet immer öfter und länger. Mehrfach macht sich David halb ohnmächtig vor Sorge auf die Suche und findet seinen Sohn zugedröhnt in der Gosse wieder. Wie soll er Nic vor dem frühen Drogentod bewahren?

David Sheff (Steve Carrell) vor malerischer Kulisse auf der Suche nach seinem drogensüchtigen Sohn.
David Sheff (Steve Carrell) vor malerischer Kulisse auf der Suche nach seinem drogensüchtigen Sohn.

Der Film ist großes "Oscar"-Kino. Denn die harte Geschichte zieht die Zuschauer von Beginn an in ihren Bann, was vor allem am hervorragenden Schnitt und den erstklassig ausgeschriebenen Figuren liegt.

Ihre Handlungen und Motive sind bis ins kleinste Detail nachvollziehbar, weshalb "Beautiful Boy" in besonderem Maße und noch Wochen nach dem Kinobesuch aufwühlt.

Dass das Publikum mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen wird, liegt auch an dem meisterlichen Drehbuch von Felix van Groeningen (The Broken Circle, Die Beschissenheit der Dinge, Café Belgica) und Luke Davies (Lion: Der lange Weg nach Hause, Life, Reclaim - Auf eigenes Risiko), der zwei Handlungsstränge klug miteinander verknüpft.

Sie fokussieren sich auf die Vater-Sohn-Geschichte, ohne die anderen Charaktere zu kurz kommen zu lassen. Auch jede einzelne Nebenfigur hat einen tieferen Sinn, weshalb das Zusammenspiel aus Skript, Geschichte und den geschliffenen Dialogen bestens funktioniert. Aufgrund dieser hohen Kernqualitäten reißt der Film mit, bewegt und beeindruckt die Zuschauer.

Auf die Ebene eines Meisterwerks heben "Beautiful Boy" allerdings erst die Schauspieler. Hier sticht vor allem Steve Carrell (Foxcatcher, Little Miss Sunshine, Ganz weit hinten) hervor, der lange Zeit nur in Komödien wie "Evan Allmächtig" zu sehen war.

David Sheff (r., Steve Carrell) und Sohn Nic (Timothèe Chalamet) im Garten ihres großzügigen Hauses, als Nic eine bessere Phase hat.
David Sheff (r., Steve Carrell) und Sohn Nic (Timothèe Chalamet) im Garten ihres großzügigen Hauses, als Nic eine bessere Phase hat.  © PR/AMAZON CONTENT SERVICES LLC. François Duhamel

In "Beautiful Boy" beweist er nun erneut große darstellerische Fähigkeiten, weil es ihm gelingt, seine zerrissene Vaterfigur mit all ihren Facetten darzustellen.

Dabei geht Carrell subtil vor und drückt den Schmerz über das Schicksal seines geliebten Sohnes in einigen Szenen nur mit seinen Augen aus - grandios!

Auch Shooting-Star Chalamet (Call Me By Your Name, Lady Bird, Feinde - Hostiles) zeigt eine reife Leistung, die seinem wahren Alter (22) um Jahre voraus ist. Er hat gute Chancen auf eine "Oscar"-Nominierung in der Kategorie bester Nebendarsteller.

Dazu sorgen auch die wunderschönen, kontrastreichen Locations, die ruhige Kameraführung und die surreale Musikuntermalung für eine fesselnde Atmosphäre.

Doch der Film hat auch zwei kleinere Schwächen. Zum einen sieht Chalamet für einen drogensüchtigen, so schön er wegen des Titels auch sein soll, zu glatt und gut aus, was im Gegensatz zur Geschichte realitätsfern ist.

Außerdem wird gerade gegen Ende stark auf die Tränendrüse gedrückt, in einigen Sequenzen sogar einen Tick zu sehr.

Wer über diese beiden Punkte hinwegsehen kann, bekommt einen beeindruckenden, lange nachwirkenden Film zu sehen, der durch seine harte und bewegende Geschichte, das starke Drehbuch und die herausragenden Schauspieler ein großes Kinoerlebnis ist.

Nic (Timothèe Chalamet) nimmt mit seiner Freundin Lauren (Kaitlyn Dever) schwere Drogen.
Nic (Timothèe Chalamet) nimmt mit seiner Freundin Lauren (Kaitlyn Dever) schwere Drogen.

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