Warum steckt uns eigentlich der Nikolaus Süßes in die Schuhe?

Über den Nikolaus gibt es mehrere Legenden.
Über den Nikolaus gibt es mehrere Legenden.  © DPA

Berlin - Die meisten verbinden mit dem Nikolaus Schokolade, einen roten Mantel, einen langen weißen Bart und geputzte Schuhe. Doch warum feiern wir jedes Jahr am 6. Dezember den Nikolaus?

Nikolaus gilt für die Christen als einer der meist verehrten Heiligen. Dabei ist über sein Leben nur wenig bekannt. Seit dem 6. Jahrhundert taucht er in vielen Legenden auf. Die Figur des hilfsbereiten Schutzpatrons gilt als Verschmelzung zweier historischer Kirchenmänner. Einer von ihnen war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra, dem heutigen Demre in der Türkei. Er soll an einem 6. Dezember gestorben sein.

Der zweite Nikolaus stammt aus dem 6. Jahrhundert und war ein Mönch, der erst Abt und später Bischof von Pinora (Kleinasien) war. Schon früh wurden beide als Wohltäter verehrt.

Die wohl bekannteste Legende besagt, dass ein verarmter Mann seine Töchter in die Prostitution schicken wollte. Bischof Nikolai von Myra hat von dem Vorhaben erfahren und beschlossen zu helfen. Durch einen Kamin soll er daraufhin drei Goldklumpen geworfen haben. Dort landete es in den Strümpfen der Töchter, die diese zum Trocknen am Kamin aufgehängt haben. Mit dem plötzlichen Vermögen konnte der Vater seine Töchter nun standesgemäß verheiraten.

Eine andere Legende besagt, dass der Bischof die Stadt Myra vor einer Hungersnot bewahrt hat. Seeräuber hätten nicht nur alle Getreideschiffe gekapert, sie wollten auch alle Kinder versklaven. Die Stadt konnte allerdings das geforderte Lösegeld nicht zahlen. Daraufhin habe Nikolaus den Kirchensatz geopfert und damit die Kinder gerettet.

Seit jeher gilt er als Schutzpratron der Kinder. Im Mittelalter entwickelte sich schließlich der Brauch, dass ein als Nikolaus verkleideter Mann die Kinder besucht. Seitdem werden artige Kinder belohnt, böse bestraft. Diese Aufgabe übernimmt sein finsterer Begleiter, der je nach Region einen anderen Namen trägt: In Deutschland jedenfalls ist es Knecht Ruprecht.

Im 16. Jahrhundert lehnte dann der Reformator Martin Luther die Heiligenverehrung ab. Die Geschenke sollte Weihnachten das Christkind bringen. Bis heute hält sich aber dennoch der Brauch, dass Nikolaus am 6. Dezember die Socken und Schuhe mit Süßigkeiten und/oder kleinen Geschenken füllt.

Ursprünglich wurden die Geschenke übrigens zugeworfen, um aber für Chancengleichheit zu sorgen, stellten unsere Vorfahren dann ihre Schuhe hin und ließen den Nikolaus über Nacht kommen, wo er sicherer vor neugierigen Blicken war.

Titelfoto: DPA


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