Zeitreise in die wilden Wendetage: Fotoschatz aus der Neustadt

Der Verfall der Neustadt war zur Wendezeit kaum zu übertreffen.
Der Verfall der Neustadt war zur Wendezeit kaum zu übertreffen.

Von Juliane Bauermeister

Dresden - Dieser Mann nimmt uns mit auf eine Zeitreise! Joachim Schuster (67) ist Hobbyfotograf und zeigt jetzt alte Bilder aus der Neustadt in der wilden Wendezeit.

"Ich hatte 1990 das Gefühl, mich mal mit der Kamera auf die Socken machen zu müssen", erinnert sich der Rentner, der damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum Rossendorf arbeitete.

"Mir war klar, dass sich die Neustadt, so runtergekommen und verlottert, wie sie damals war, bald verändern würde."

In der Tat war der Verfall drastisch, sagt Fotograf Schuster: "Bäume wuchsen aus Dächern, der Putz bröckelte von den Wänden, Innenhöfe waren verwahrlost.

Jahrelang lagen die Aufnahmen unbeachtet in einer Kiste.
Jahrelang lagen die Aufnahmen unbeachtet in einer Kiste.

Auf der Sebnitzer Straße war es zum Beispiel so schlimm, dass schon die Fußwege abgesperrt wurden, da immer wieder Dachziegel runterfielen."

Für die Aufnahmen nutzte Schuster eine Exa-Kamera. Dann passierte erstmal nichts mit den Fotos. "Erst als meine Tochter auf die Sebnitzer Straße gezogen war, kamen die Erinnerungen hoch und ich habe die Bilder wieder aus der Kiste geholt."

Am Sonntag (14-17 Uhr) werden einige seiner Aufnahmen in Anwesenheit des Fotografen im BRN-Museum (Prießnitzstraße 18) ausgestellt. Der Eintritt ist frei.

Außerdem hat Schuster auch einen eigenen Bildband "Die Dresdner Neustadt" (22 Euro, unter anderem Thalia Buchhandlung) rausgebracht.

Er hat kurz nach der Wende auf den Auslöser gedrückt: Hobbyfotograf Joachim Schuster (67).
Er hat kurz nach der Wende auf den Auslöser gedrückt: Hobbyfotograf Joachim Schuster (67).
Der Charme des Verfalls! Auf der Alaunstraße 83 bröckelt der Putz. Im früheren „Goldenen Hufeisen“ ist heute das „OnlyOne“.
Der Charme des Verfalls! Auf der Alaunstraße 83 bröckelt der Putz. Im früheren „Goldenen Hufeisen“ ist heute das „OnlyOne“.
Der Fotograf vor der der heutigen Alaunstraße 83.
Der Fotograf vor der der heutigen Alaunstraße 83.
Das damalige Café "Bronxx" auf der Alaunstraße 64 im Jahr 1990 - heute "Canapé".
Das damalige Café "Bronxx" auf der Alaunstraße 64 im Jahr 1990 - heute "Canapé".

Fotos: Joachim Schuster (4), Steffen Füssel (2)


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