Schädlings-Bekämpfung geht schief: Trauergemeinde mit Gift besprüht

Frankfurt - Ein peinlicher Organisations-Fehler sorgte während einer Trauerfeier auf einem Frankfurt Friedhof für einen Schock-Moment. Im Zuge des Kampfes gegen den Eichenprozessionsspinner (TAG24 berichtete) wurden die Trauernden mit Gift besprüht.

Der für das Versprühen des Giftes zuständige Helikopter war eine Stunde zu früh am Einsatzort (Symbolbild).
Der für das Versprühen des Giftes zuständige Helikopter war eine Stunde zu früh am Einsatzort (Symbolbild).  © DPA

Laut Informationen der Hessenschau flüchteten die am Oberräder Friedhof anwesenden Personen umgehend, als ihnen die brenzlige Situation klar wurde.

Einer der Betroffenen, der 56-jährige Wiesbadener Peter Reitzmann beschrieb die Situation wie folgt: "Es war so unwürdig." Die Beerdigung wurde von jetzt auf gleich beendet, die Trauergemeinde nahm überhastet Reißaus.

Auch einer der Mitverantwortlichen, das Grünflächenamt in Frankfurt äußerte sich fassungslos: "Bedauerlicherweise ist der Helikopter tatsächlich eine Stunde zu früh an seinem Einsatzort erschienen, ohne uns darüber zu informieren", so Abteilungsleiter Bernd Roser gegenüber der Hessenschau. Roser nahm die Piloten des externen Dienstleisters aber in Schutz: "Die Piloten meinten, sie würden etwas Gutes tun - das ging daneben".

In der Regel seien die Helikopter-Einsätze so abgestimmt, dass auf dem Friedhof zeitgleich keine Beerdigungen stattfänden. Das Termin-Dilemma sei entstanden, weil ein früherer Einsatz schneller zu Ende gebracht worden sei, erklärte der Abteilungsleiter des Grünflächenamts. Laut Roser sei in elf Jahren, in denen der Sprühnebel eingesetzt werde, noch kein Fall in dieser Schwere vorgekommen.

Glücklicherweise sei das eingesetzte Gift für den Menschen jedoch nicht schädlich. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können bei Hautkontakt Ausschlag, Fieber und gereizte Augen hervorrufen.

Titelfoto: dpa/123RF


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