Behelfsbrücke über A20-Krater: Traut sich niemand an das Projekt, aus Angst zu scheitern?

Schwerin/Tribsees - Laut Verkehrsministerium liegen die Abrissarbeiten des abgesackten Autobahnabschnitts der A20 im Zeitplan, doch macht offenbar die Behelfsbrücke, die ursprünglich im Spätsommer über das Loch führen soll, Schwierigkeiten.

Eine Luftaufnahme vom weggebrochenen, aber mittlerweile zum größten Teil abgetragenen Autobahnabschnitt der A20.
Eine Luftaufnahme vom weggebrochenen, aber mittlerweile zum größten Teil abgetragenen Autobahnabschnitt der A20.  © Stefan Sauer/dpa

Rund 5500 Tonnen Asphalt seien abgefräst und 6000 Kubikmeter leicht belasteten Erdreichs abgetragen worden. So weit, so gut: Aber was ist mit der provisorischen Brücke, die den Verkehr ab Spätsommer in beiden Richtungen einspurig über das Loch führen soll?

Das Projekt ist anspruchsvoll, nicht zuletzt auch deswegen, weil sich niemand weiter die Blöße geben will. Die auf einer Torflinse errichtete Autobahnabschnitt brach im September 2017 weg. Von Fehlplanungen war in diesem Zusammenhang die Rede.

Daher soll alles sorgsam geplant und ausgeführt werden. "Die Errichtung der Behelfsbrücke sowie die endgültige Lösung im Bereich des Grundbruchs sind zeitlich, technisch und auch in Bezug auf Kapazitäten anspruchsvoll. Deshalb bedarf es sorgfältig erarbeiteter und abgestimmter Planungen. Das ist der Maßstab der gegenwärtig geführten Gespräche", teilte das Verkehrsministerium in Schwerin auf TAG24-Anfrage mit.

Ein Bagger arbeitet am Rückbau des Straßendammes an dem zerstörten Teilstück der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen).
Ein Bagger arbeitet am Rückbau des Straßendammes an dem zerstörten Teilstück der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen).  © Stefan Sauer/dpa

Die angrenzenden Ortschaften, vor allem die an der Bundesstraße B110, sehnen sich nach einer schnellen Lösung. So wird die B110 vorrangig als Umfahrung des Kraters genutzt, eine Behelfsbrücke könnte endlich für Entlastung in den verstopften Dörfern sorgen.

Doch ab wann ist damit zu rechnen? "Für die Behelfsbrücke sowie die endgültige Sanierung lautet das Ziel 'so schnell wie möglich'. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt bei günstigem Verlauf davon aus, dass der Verkehr noch in diesem Jahr behelfsweise wieder über die A20 geführt werden kann."

Aufgrund der technischen Unwägbarkeiten und den großen und komplexen Baumaßnahmen, können verbindliche Aussagen nicht getroffen werden, heißt es weiter. Somit kann das Ministerium vorerst weiter um Verständnis der betroffenen Einwohner bitten. Leichter gesagt als getan bei dem bevorstehenden Urlaubsverkehr im Sommer.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa


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