Rollstuhlfahrer missbrauchte Schulmädchen im Kinderzimmer

Tomy S. (25) auf dem Weg in den Gerichtssaal. Der körperlich Behinderte hat von Geburt an keine Arme und Beine.
Tomy S. (25) auf dem Weg in den Gerichtssaal. Der körperlich Behinderte hat von Geburt an keine Arme und Beine.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz - Dieser Mann hat die innige Freundschaft eines jungen Mädchens schamlos ausgenutzt. Auf ihrer Schulanfangsparty ging Tomy S. (25) der kleinen Abc-Schützin Paula K. (6) zwischen die Beine. Dafür musste sich der körperlich Behinderte gestern vor Gericht verantworten.

Einige Jahre lebte Tomy S., der seit Geburt weder Beine noch Arme hat, im Wohnzentrum des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), in dem Paulas Mama arbeitet.

„Die Mutter hat das Kind öfter mitgebracht - daher kannten wir uns“, erzählte der Angeklagte.

„Es entwickelte sich eine kleine Freundschaft. Das Mädchen lud mich zur Schulanfangsfeier ein.“ Dort soll er das Mädchen im Kinderzimmer aufgefordert haben, Leggings und Slip auszuziehen, presste ihr den Kopf zwischen die Beine.

Elf Monate auf Bewährung erwarten den Rolli-Fahrer.
Elf Monate auf Bewährung erwarten den Rolli-Fahrer.

Erst etwa ein halbes Jahr später vertraute sich Paula ihrer Mutter an.

„Er sagte mir, ich soll es nicht verraten“, gestand die Kleine später eingeschüchtert der Ermittlungsrichterin.

„Er war doch mein Freund. Aber er hat etwas ganz Schlimmes gemacht. Danach war er nicht mehr mein Freund.“

Der Angeklagte bestritt die Tat, wollte nur vorgelesen und mit dem Kind gespielt haben.

Das Urteil: elf Monate Haft wegen Missbrauchs, ausgesetzt zur Bewährung. Tomy S. wohnt mittlerweile nicht mehr in Chemnitz, flog sofort nach Bekanntwerden der Tat aus dem Wohnzentrum

Fotos: Härtelpress


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0