Kind von IS-Kämpfern wird nach Deutschland geholt

Die Sicherheitsbehörden warnen vor Kindern, die im Sinn der IS-Ideologie erzogen wurden.
Die Sicherheitsbehörden warnen vor Kindern, die im Sinn der IS-Ideologie erzogen wurden.  © dpa/AP/Khalid Mohammed

Frankfurt - Erstmals haben es die deutschen Behörden zugelassen, dass ein Kind überzeugter Anhänger des Islamischen Staates (IS) in die Bundesrepublik einreist.

Das 14 Monate alte Kleinkind ist der Sohn einer 30-jährigen Hessin namens Sibel H., die bereits zwei Mal freiwillig zum IS reiste und überzeugte Islamistin ist, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag.

Der Vater des Jungen, Deniz B., ist in der Frankfurter Salafisten-Szene durchaus bekannt und soll bereits als Sanitäter für den IS gearbeitet haben.

Auch Sibel H.s erster, inzwischen verstorbener, Mann war ein fanatischer Kämpfer für die Ziele des Islamischen Staates. In sichergestellten Handyvideos skandierte er Parolen wie "Merkel, du bist die Nächste!", während er eine Kalaschnikow abfeuerte, wie die Süddeutsche weiter berichtete.

Die Bundesregierung holt Kinder von deutschen IS-Kämpfern nach Deutschland, weil sie sich dazu aus humanitären Gründen verpflichtet sieht. Sie könnten schließlich auch nichts für die Taten ihrer Eltern.

Deutschen Sicherheitsbehörden sehen es kritisch, solche Kinder nach Deutschland zu holen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, warnte erst vor wenigen Tagen, die Kinder könnten "gehirngewaschen" sein und Anschläge begehen. "Man muss auch in Betracht ziehen, dass es sich bei den Kindern um lebende Zeitbomben handeln könnte", so Maaßen.

Bei einem 14 Monate alten Jungen ist das allerdings schwer vorstellbar. Sie bräuchten viel mehr psychologische Betreuung und die Schrecken, die sie meist erlebt haben zu verarbeiten, argumentiere hingegen Opferberatungsstellen.

Aufwachsen soll das Kind von Sibel H., das bis dahin im Frauengefängnis im irakischen Erbil untergekommen war, bei seinen Großeltern. Sein Opa, der seinen Enkel nie zuvor gesehen hat, stellte klar, dass das Kind "nicht ins Gefängnis" sondern "in ein normales Leben" gehöre, sagte er laut der Süddeutschen Zeitung.

Titelfoto: dpa/AP/Khalid Mohammed


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