Bei diesem Wirt gab’s Crystal à la Carte

Nach der Festnahme des Wirts wurde die Bar in Großenhain durchsucht.
Nach der Festnahme des Wirts wurde die Bar in Großenhain durchsucht.

Von Steffi Suhr

Großenhain - Wegen 90.000 Euro Zubrot vor Gericht - Peter R. (51) ist ein Kneiper, wie er im Buche steht: gemütlich, freundlicher Blick und unerschütterlich wirkend. Von ihm würde sich jeder sofort ein Bier zapfen lassen. Doch der Wirt aus Großenhain reichte auch Drogen über den Tresen. Nun sitzt Peter R. im Landgericht auf der Anklagebank.

Seit 2012 holte der Wirt insgesamt über 2400 Gramm Crystal aus Tschechien. In einer Bar mitten in der Innenstadt von Großenhain, in der Peter R. als „Mädchen für alles“ fungierte, verkaufte er das Crystal. Bis zur Festnahme, so die Fahnder, kassierte der Kneiper damit gut 90.000 Euro.

„Das ging alles fürs Leben und für Arbeiten in der Bar drauf“, so der Angeklagte, der schon einen Jugendclub, einen Landgasthof und ein Hotel „mit Leib und Seele“ führte, aber in die Insolvenz schlitterte. „Ich habe nie staatliche Hilfe angenommen, immer irgendwie weitergemacht. Doch ein guter Kaufmann war ich wohl nicht“, resümierte der bislang völlig unbescholtene Angeklagte.

Immerhin: Über die Drogengeschäfte führte er Buch. Nach einem Tipp aus der Szene kamen die Fahnder dem dealenden Wirt auf die Spur: Prompt verkaufte er auch an V-Männer, im März klickten Handschellen.

„Anfangs hab ich die Drogen zum Eigenbedarf geholt, später erst verkauft. Aber damit ist jetzt Schluss“, erklärte er vehement. „In der U-Haft hab ich Drogensüchtige gesehen. Ich weiß jetzt, was das Zeug anrichtet.“ Urteil folgt.

Peter R. (51, mit Rechtsanwältin Dr. Ines Kilian) holte Crystal nach Deutschland, um es in seiner Bar zu verkaufen.
Peter R. (51, mit Rechtsanwältin Dr. Ines Kilian) holte Crystal nach Deutschland, um es in seiner Bar zu verkaufen.

Fotos: Klaus-Dieter Brühl, Thomas Türpe


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