Bei Liebesschlössern hört in Berlin die Romantik auf

An  den Berliner Brücken finden sich vergleichsweise wenig Liebesschlösser.
An den Berliner Brücken finden sich vergleichsweise wenig Liebesschlösser.  © DPA

Berlin – Rom, Paris und Köln. Zehntausende Liebesschlösser hängen an den Brücken vieler europäischer Großstädte. In Berlin dagegen haben sie sich nicht durchgesetzt.

Dafür gibt es einen guten Grund: In der Hauptstadt sind die Vorhängeschlösser, die von Verliebten als Symbol ewiger Liebe vorzugsweise an Brücken angebracht werden, generell verboten. Und das Interesse scheint auch gering zu sein – selbst zum Valentinstag (14. Februar).

An den drei beliebtesten Brücken der Stadt finden sich nur vergleichsweise wenige Exemplare. Die meisten Schlösser hängen nach Informationen der Senatsverwaltung an der Abteibrücke im Treptower Park.

An der Oberbaumbrücke, die Friedrichshain und Kreuzberg verbindet, findet man wenige hundert Schlösser. An der Weidendammer Brücke am Bahnhof Friedrichstraße sind es nur etwa 30 Stück.

Eine Verkäuferin im gegenüberliegenden Souvenirladen erinnert sich zwar daran, dass die Schlösser mal ein paar Monate verkauft wurden. Dann wurden sie aber wieder aus dem Sortiment genommen. Nachgefragt werden sie nur selten.

Am Geländer der Weidendammer Brücke an der Friedrichstraße hängen ein paar Liebesschlösser.
Am Geländer der Weidendammer Brücke an der Friedrichstraße hängen ein paar Liebesschlösser.  © DPA

Die Stadt ist froh über das mangelnde Interesse. "Die Schlösser beschädigen die Beschichtungen, so dass die Geländer anfangen zu rosten", sagt der Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Matthias Tang.

Im Extremfall könnten zu viele Schlösser sogar Brückengeländer zum Einsturz bringen, so wie 2014 in Paris. Deshalb rücken Mitarbeiter der Senatsverwaltung regelmäßig mit dem Bolzenschneider an.

Viele der betroffenen Brücken stehen außerdem unter Denkmalschutz. "Die Schlösser verändern den ganzen optischen Eindruck denkmalgeschützter Bauwerke und damit ihren ursprünglichen Ausdruck", betont der Pressesprecher der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Thomas Mertz.

Es gibt aber auch Gegner des Verbotes. "Wenn Paare zum Beispiel an der Oberbaumbrücke Schlösser aufhängen dürften, dann könnte dort ein regelrechter Touristenmagnet entstehen", meint der Betreiber der Website "liebesschloss.info", Konrad Amandi.

Bestes Beispiel dafür sei die Hohenzollernbrücke in Köln. Dort würden viele Touristen nur auf die Brücke gehen, um Zehntausende von Schlössern bestaunen zu können. Amandi glaubt, dass der größte Hype um die Schlösser zwar vorüber sei, aber auch in Berlin immer noch viele aufgehängt werden.

Ob in Berlin bereits jemand bestraft wurde, weil er gegen das Verbot verstoßen hat, ist unklar. Die Polizei erinnert sich an keinen Fall und verweist auf die Ordnungsämter.

Auch beim Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg, das für die beliebte Oberbaumbrücke zuständig ist, ist dazu nichts bekannt. Der Leiter des Amtes, Joachim Wenz, stellt aber klar, dass solche Fälle durchaus als Ordnungswidrigkeit oder sogar Sachbeschädigung verfolgen könne.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0