BGH-Anschlag in Leipzig: Autonome Linke bekennt sich

Leipzig - Autonome Linke haben sich auf Indymedia.org zum Anschlag auf die Außenstelle des Bundesgerichtshofes (BGH) in der Silvesternacht in Leipzig bekannt. Dabei ließen sie auch durchblicken, dass sie offenbar weit mehr vorhatten, als die Scheiben zu beschädigen.

Die Eingangstür des 5. Strafsenats in Leipzig.
Die Eingangstür des 5. Strafsenats in Leipzig.  © dpa/Peter Endig

"Als unseren ersten Akt des Jahres 2019 haben wir uns mit vielen Freund*innen auf der Straße getroffen und uns trotz zunehmendem Repressionsdruck erneut gegen den Staat verschworen", heißt es gleich zu Beginn des Bekennerschreibens, das nun auf Indymedia veröffentlicht wurde.

Etwa 50 Vermummte hatten in der Silvesternacht einen schweren Anschlag auf die BGH-Außenstelle in Leipzig verübt (TAG24 berichtete). Mehrere Fenster wurden beschädigt und die Eingangstür des 5. Strafsenats angezündet. Ein Nachbargebäude des BGH-Senats wurde ebenfalls durch Steine und Farbbeutel beschädigt. Zudem sorgten sogenannte "Krähenfüße" für kaputte Reifen an mehreren anrückenden Einsatzfahrzeugen der herbeigeeilten Polizei und Feuerwehr.

Verletzt wurde bei dem Einsatz glücklicherweise niemand. Das PTAZ (Polizeiliches Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum) wurde mit den Ermittlungen betraut. Während Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, SPD) bereits am Dienstag verurteilte, Am Mittwoch machte sich Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (40, CDU) ein Bild von der Lage (TAG24 berichtete). Zwar blieb ein Bekennerschreiben zunächst aus. Sachsens Antiterror-Ermittler gingen jedoch bereits von einer linksextremistischen Tat aus.

Anschlag auf BGH-Außenstelle: "Der Angriff war uns eine innere Freude"

Auf das Nachbargebäude wurden Steine und Farbbomben geworfen.
Auf das Nachbargebäude wurden Steine und Farbbomben geworfen.  © Einsatzfahrten Leipzig

Der Verdacht wurde nun bestätigt. Das Bekennerschreiben gibt den Ablauf des Anschlags noch einmal detailliert wieder. So hatten die Angreifer es zuerst auf das Nachbargebäude abgesehen, das ihnen zufolge der Burschenschaft Corps Lusatia gehört. "Der Angriff war uns eine innere Freude. Burschis können sich an dem gegenwärtigen Rechtsruck der Gesellschaft laben. Sie streben an, ein elitärer Teil dieser verachtenswerten Gesellschaft zu sein", heißt es in dem Schreiben.

Zudem wird deutlich, dass die Bekenner es bei dem Angriff auf die BGH-Außenstelle offenbar auf weit mehr abgesehen hatten, als Scheiben und Tür zu beschädigen. "Die massiven Sicherheitsscheiben verhinderten unser Eindringen. So blieb uns nichts Anderes übrig als die Brandsätze außen am Gebäude zu platzieren."

Bei dem Angriff sei sichergestellt worden, dass keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.

Den Anschlag begründeten die mutmaßlichen Täter damit, dass Gerichte ihrer Meinung nach dafür zuständig sind, "die herrschende Ordnung aufrecht zu erhalten", heißt es. "Aktuell erleben wir eine Zeit, in der der Staat immer autoritärer wird, also versucht seinen Zugriff auf unser Leben noch mehr auszuweiten. In dieser Situation der Zuspitzung der Überwachung unseres Lebens, Steuerung unserer Entscheidungen und Spaltung der Menschheit müssen wir den Kampf gegen den Staat umso unversöhnlicher führen."

Das Schreiben endet mit einem Verweis auf weitere Angriffe auf Staatseinrichtungen in den vergangenen Jahren. "Wir haben jeden dieser Angriffe mit Freunde vernommen und uns entschlossen,in diesem Jahr selbst auf die Straße zu gehen und anzugreifen."

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