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Bekommt Leipzig neue Holocaust-Gedenksteine dank LEGIDA?

Ein makaberer LEGIDA-Auftritt gab den Ausschlag für ein Schülerprojekt zum Schicksal einer jüdischen Familie.
Der Künstler Gunter Demnig beim Verlegen von Stolpersteinen. Im Herbst soll er mit elf Gedenksteinen für die Familie Rosenzweig nach Leipzig kommen.
Der Künstler Gunter Demnig beim Verlegen von Stolpersteinen. Im Herbst soll er mit elf Gedenksteinen für die Familie Rosenzweig nach Leipzig kommen.

Leipzig - Bekommt die von den Nazis ermordete jüdische Familie Rosenzweig ein würdiges Andenken dank einer makaberen LEGIDA-Hetzrede? Was wie ein April-Scherz klingt, könnte durch ein Schülerprojekt ermöglicht werden.

Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" sammelt derzeit Spenden, um der Leipziger Familie Rosenzweig elf Stolpersteine widmen zu können. Diese kleinen Mahnmale sollen an die Ermordung der Rosenzweigs während der Nazi-Herrschaft erinnern.

Dabei wusste bis vor Kurzem niemand genau, ob es wirklich eine Familie Rosenzweig in Leipzig gab. Erst ein Hetz-Auftritt auf einer LEGIDA-Kundgebung im Oktober 2015 warf diese Frage auf. Während der Versammlung der rechtspopulistischen Bewegung präsentierte sich eine Künstlerin als "Geist von Frau Rosenzweig aus der Funkenbergstraße". Sie nutzte diese Rolle aus, um gegen Flüchtlinge, vor allem Muslime, zu hetzen.

Die Mitglieder von "Leipzig nimmt Platz" wollten diesen Auftritt so nicht stehen lassen und gingen der Geschichte auf den Grund. Um der Frage nachzugehen, ob es die Familie Rosenzweig wirklich gab, starteten sie gemeinsam mit dem Erich-Zeigner-Haus ein Forschungsprojekt mit Schülern der Neuen Nikolaischule Leipzig.

Anfang März präsentierten die Nachwuchsforscher der 11. Klasse ihre Ergebnisse. Die Projektgruppe fand heraus, dass es Frau Ruchel Eitel Rosenzweig wirklich gab. Sie lebte zusammen mit ihrem Mann Jakob in der Funkenbergstraße 17, bevor beide von den Nazis in einem "Judenhaus" in der Keilstraße unterbracht wurden. Die Rosenzweigs flohen zunächst vor den Nationalsozialisten in die Slowakei, doch 1942 wurden sie ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.

Die Namen der Opfer und deren persönliche Schicksale will die Projektgruppe Ende April veröffentlichen. Ab Herbst sollen dann elf neue Stolpersteine in Leipzig an Ruchel, Jakob und neun weitere Mitglieder der Familie Rosenzweig erinnern.

Fotos: DPA

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