Nach Kritik an lokalen Behörden: Journalist spurlos verschwunden

Bela Crkva - Der serbische Journalist Stefan Cvetković ist für seine kritischen Berichte über die lokalen Behörden bekannt. Nun ist er in der Kleinstadt Bela Crkva in Serbien spurlos verschwunden. Als sein Auto gefunden wurde, lief es noch. Die Tür war offen und das Licht an.

Der serbische Journalist Stefan Cvetković ist verschwunden.
Der serbische Journalist Stefan Cvetković ist verschwunden.  © Screenshot Twitter/Yu mreža @Yumreza

Laut Zeugenaussagen soll neben seinem Auto auch eine Uhr mit zerrissenem Armband gefunden worden sein, berichtet das polnische Nachrichtenportal Interia.

Für die Ermittlungen wurden sogar Polizeibeamte aus Belgrad zur Verstärkung geholt. Außerdem suchen Taucher die nahe gelegenen Gewässer nach dem Vermissten ab.

In den zurückliegenden Monaten habe der Journalist zur Ermordung von Olivier Ivanović recherchiert. Der kosovarische Politiker wurde im Januar von unbekannten Tätern in der Nähe seines Büros erschossen. Im Februar veröffentlichte Cvetković Fotos von Personen, die seiner Meinung nach für den Mord an Ivanović mit verantwortlich sind. Der Journalist behauptete außerdem, die Täter hätten 40.000 Euro für den Mord bekommen.

Wegen dieser Recherche sei Cvetković nach eigenen Angaben für "sechs Stunden im Norden des Kosovo inhaftiert worden" (Interia).

Bereits im Mai 2017 hatte ein Gericht den Journalisten zu 27 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 2 Millionen Dinar (rund 17.000 Euro) verurteilt, weil er in einem Bericht Kritik an drei Politikern der regierenden serbischen Progressiven Partei geübt hatte. Sie zeigten ihn daraufhin wegen Verleumdung an. Das Urteil wurde im April wieder aufgehoben.

Zuletzt hatte der Doppelmord an dem slowakischen Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten (beide †27) für Aufsehen gesorgt. Beide wurde in ihrem Privathaus erschossen. Kuciak hatte über Steuerbetrug in mehreren Fällen berichtet. Außerdem deckte er die Verbindungen von bekannten Unternehmern und Politikern zur organisierten Kriminalität auf (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Screenshot Twitter/Yu mreža @Yumreza


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