Bürger setzen 1500 Euro Kopfgeld auf Kinderschänder aus

Knapp 1,90 Meter groß, dunkle lockige Haare, Muttermale/Warzen im Gesicht - so beschrieb ein Opfer den Täter.
Knapp 1,90 Meter groß, dunkle lockige Haare, Muttermale/Warzen im Gesicht - so beschrieb ein Opfer den Täter.

Von Bernd Rippert

Chemnitz – Zwei Fälle von Kindesmissbrauch an einem Tag in einer Stadt durch möglicherweise einen Mann – die Bürger schwanken zwischen Empörung und Angst. Asylfeindliche Gruppen legten jetzt zusammen und setzen 1500 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Sex-Täters führen.

Montagnachmittag schlich sich in Schloßchemnitz ein Mann an ein zehn Jahre altes Mädchen heran. Als das Kind seine Haustür in der Luisenstraße öffnete, hielt er ihm laut Polizeiangaben einen Zettel unter die Nase und bedeutete ihm, dass er etwas suche.

Ein Vorwand. Der Mann habe das Kind festgehalten und sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen. Erst als das Mädchen schrie, sei er geflüchtet, so die Polizei weiter.

Am Dienstag versammelten sich rund 100 Pro-Chemnitz-Anhänger zum Protest gegen Kinderschänder.
Am Dienstag versammelten sich rund 100 Pro-Chemnitz-Anhänger zum Protest gegen Kinderschänder.

Montagabend passierte es ein zweites Mal. Ein Mann sprach, so die Polizei, ein neun Jahre altes Mädchen an einem Spielplatz in der Albert-Köhler-Straße im Ortsteil Morgenleite an, fordert es auf, ihm einen Hauseingang zu zeigen. Auch hier hielt der Täter einen Zettel in der Hand.

Wiederum wohl ein Vorwand. Der Mann habe das Kind an eine andere Tür gezogen, ihm in den Slip gefasst.

Wegen der sehr ähnlichen Vorgehensweise und Täterbeschreibung – knapp 1,90 Meter groß, dunkle lockige Haare, Muttermale/Warzen im Gesicht, kaum Deutsch sprechend - schließt die Polizei nicht aus, dass es sich in beiden Fällen um den gleichen Täter handelte.

Aufgrund der Angaben des Opfers in Morgenleite veröffentlichte die Polizei jetzt ein Phantombild des möglichen Täters und fahndet mit Hochdruck nach ihm.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Petra Zais (58) verurteilte die Politisierung des Verbrechens.
Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Petra Zais (58) verurteilte die Politisierung des Verbrechens.

Am späten Dienstag demonstrierte die Gruppe Pro Chemnitz mit rund 100 Teilnehmern am Vita-Center. Am Mittwoch trafen sich rund 20 Pegida-Anhänger zum Protest gegen Kinderschänder am Roten Turm, darunter auch zwei Ausländer.

Eine weitere Demo gab es Mittwochabend in Einsiedel. Rund 250 Teilnehmer folgten dem Aufruf von „Gemeinsam für Einsiedel“. Dort setzten der Infostand Einsiedel, Pro Chemnitz und die Gruppe „Heimat und Tradition“ zusammen 1500 Euro Belohnung für Hinweise auf den Kinderschänder aus.

Zudem wollen die Initiatoren ein Spendenkonto einrichten, um bei künftigen Vorfällen weitere Belohnungen auszuloben.

Kritik gegen diese Form des Protests kam von der Landtagsabgeordneten Petra Zais (58, Grüne): „Kindesmissbrauch ist nicht dazu geeignet, politische Stimmung zu machen.“

Auch der SPD-Bundestagspolitiker Detlef Müller (51) ist mit der Taktik der Asylgegner nicht einverstanden: „Übergriffe auf Kinder sind ein Verbrechen. Man kann solche Taten von Deutschen und Ausländern nicht gegeneinander aufrechnen.“

Fotos: Harry Härtel, Polizei


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