Überragend: Julia Roberts als Mutter eines Drogensüchtigen im Kinofilm "Ben Is Back"!

Berlin - Ein großartiger Film! In "Ben Is Back" spielt Julia Roberts (Pretty Woman, Erin Brockovich, Eat Pray Love) die Mutter eines Drogensüchtigen, den sie nicht aufgeben kann und will.

Ben Burns (Lucas Hedges) bereitet seiner Mutter Holly (Julia Roberts) große Schwierigkeiten.
Ben Burns (Lucas Hedges) bereitet seiner Mutter Holly (Julia Roberts) große Schwierigkeiten.  © PR/TOBIS Film GmbH

Roberts ist Holly Burns. Die sitzt an Heiligabend in der Kirche und lauscht bewegt dem klangvollen Gesang ihrer Tochter Ivy (Kathryn Newton).

Gemeinsam fahren die beiden und mit Ivys zwei kleinen Geschwistern zurück zu ihrem Haus in einer ruhigen Vorstadtgegend.

Dort steht Ben Burns (Lucas Hedges) vor der Tür - Hollys 19-jähriger Sohn. Während Ivy angsterfüllt ist, stürmt Holly aus dem Auto, um ihn in die Arme zu schließen.

Denn Ben ist im Entzug und hat laut eigener Aussage Ausgang bekommen.

Holly glaubt das, während ihr Mann Neal (Courtney B. Vance) ebenso wie Ivy Zweifel haben, weil Ben bereits die letzten beiden Weihnachtsfeiern zerstörte und auch sonst einiges auf dem Kerbholz hat.

Und seine kriminelle Vergangenheit holt ihn bald wieder ein...

"Ben Is Back" ist großes emotionales "Oscar"-Kino. Roberts zeigt ihre beste Leistung seit ihrer dutzendfach ausgezeichneten und bahnbrechenden Darstellung von "Erin Brockovich" im Jahr 2000.

Holly Burns (Julia Roberts) will ihren Sohn Ben um keinen Preis der Welt aufgeben - und ist bereit, dafür die Konsequenzen zu tragen.
Holly Burns (Julia Roberts) will ihren Sohn Ben um keinen Preis der Welt aufgeben - und ist bereit, dafür die Konsequenzen zu tragen.  © PR/TOBIS Film GmbH

Denn der 51-Jährigen gelingt das schwer zu meisternde Kunststück, ihre starke Frauenfigur nicht nur auf die mütterlichen Instinkte zu beschränken, sondern deutlich vielschichtiger anzulegen und so eine hohe emotionale Bandbreite zu zeigen.

Ob ausrastend oder ruhig - Roberts meistert jedes Detail ihrer bewegenden Performance.

Deshalb fühlen die Zuschauer mit ihrer Figur mit, die unbedingt zu ihrem Sohn durchdringen und ihm glauben will, obwohl er sie oft genug hintergangen hat.

Roberts beeindruckende, realitätsnahe Leistung einer kämpfenden Mutter ist das Herzstück des geerdeten Films.

Doch auch Lucas Hedges (Manchester By The Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird) zeigt zum wiederholten Mal, warum er einer der besten Schauspieler seine Generation ist.

Sein Vater Peter (Dan - Mitten im Leben!, Das wundersame Leben von Timothy Green), der auch die Drehbücher zu "Gilbert Grape" und "About A Boy" schrieb, beweist, dass er seinen Sohn zu herausragenden Darstellungen antreiben kann.

Darüber hinaus liefert er die bisher beste Regiearbeit seiner Karriere ab. Denn "Ben Is Back" ist eine zutiefst menschliche, herzzerreißend erzählte Geschichte mit dem harten Überlebenskampf einer Familie im Mittelpunkt.

Hollys Mann Neal (Courtney B. Vance) und Tochter Ivy (Kathryn Newton) sind aufgrund der schweren Situation am Rande der Verzweiflung.
Hollys Mann Neal (Courtney B. Vance) und Tochter Ivy (Kathryn Newton) sind aufgrund der schweren Situation am Rande der Verzweiflung.  © PR/TOBIS Film GmbH

Diese entfaltet durch das herausragend gute Skript, das Peter Hedges selbst geschrieben hat, erst ihre volle Wucht.

Zudem sind die Dialoge erstklassig ausformuliert worden, dank ihrer Intelligenz kraftvoll und sorgen mit den anderen Stärken des Films dafür, dass er die Zuschauer von Beginn an packt, fesselt und nicht mehr loslässt.

Denn "Ben Is Back" wirkt noch viele Wochen nach dem Kinobesuch nach, weil er in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken anregt.

Schließlich ist die Drogenkrise mit unzähligen Toten in den USA traurige Realität - was dem Film eine hohe Aktualität und Brisanz verleiht.

Auch die dynamische Kameraführung, die kontrastreichen Locations, die feinfühlige Musikuntermalung, die schönen Kostüme, die detailreiche Ausstattung und die aufwendigen Frisuren tragen ihren Teil zu einer spannungsgeladenen Atmosphäre bei.

Einen Schwachpunkt gibt es allerdings, für den der Film selbst gar nichts kann, sondern nur der Verleih: Mit "Ben Is Back" und "Beautiful Boy" (24. Januar) starten zwei thematisch identische Filme innerhalb von 14 Tagen in den deutschen Kinos, was wiederum zur Folge haben könnte, dass sie sich gegenseitig die Zuschauer wegnehmen.

Als Film selbst ist "Ben Is Back" ein großartiges, emotional aufwühlendes Erlebnis über die Liebe einer Mutter zu ihrem drogensüchtigen und kriminellen Sohn. Der Film besticht mit herausragenden schauspielerischen Leistungen von Roberts und Hedges, einer brisanten Geschichte und einem exzellenten Drehbuch. Absolut sehenswert.

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