Leipzigs Zoodirektor über den Tod von Ben Long: "Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für uns"

Leipzig - Da versagte selbst dem Direktor kurz die Stimme. Trotz tagelanger Bemühungen musste am Montag Ben Long, das Elefantenbaby des Leipziger Zoos, eingeschläfert werden, nachdem sich seine Leberwerte zunehmend verschlechtert hatten (TAG24 berichtete). Man habe alles Menschenmögliche versucht, erklärte Zoodirektor Jörg Junhold noch am selben Tag bei einer Pressekonferenz - und blickte dabei auch in die Zukunft.

Jörg Junhold während der Pressekonferenz zum Tod von Ben Long. Selbst der Zoodirektor schien angesichts der traurigen Nachricht zeitweise mit den Tränen zu kämpfen.
Jörg Junhold während der Pressekonferenz zum Tod von Ben Long. Selbst der Zoodirektor schien angesichts der traurigen Nachricht zeitweise mit den Tränen zu kämpfen.  © Eric Mittmann

"Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für uns im Zoo", sagte Prof. Dr. Jörg Junhold am Montag, nachdem der Zoo wenige Stunden zuvor bekanntgegeben hatte, dass Elefantenbaby Ben Long eingeschläfert wurde.

Die Leberwerte des Leipziger Minirüssels hatten sich in den vergangenen Tagen zunehmend verschlechtert (TAG24 berichtete). Man habe alles Menschenmögliche versucht, um dem Kleinen zu helfen, so Junhold.

"Am Wochenende gab es zeitweilig Grund zur Hoffnung." Seitdem soll der Zustand von Ben Long jedoch immer kritischer geworden sein, bis zum Tiefpunkt am Montagmorgen: Der kleine Elefant konnte nicht mehr aufstehen.

"Die Versuche, ihm zu helfen, wurden immer schwieriger. Letztendlich haben wir uns dazu entschieden, ihm weitere Schmerzen zu ersparen."

Seine beiden Tanten Don Chung und Rani sowie der Rest der Elefantenherde nahmen noch Abschied, bevor Klein-Ben gegen 11 Uhr eingeschläfert wurde. Zwar habe sich das Zoopersonal bereits in den vergangenen Tagen auf diese Situation vorbereitet. "Dennoch war es natürlich hart und es ist die eine oder andere Träne geflossen, auch bei mir", erklärte Junhold deutlich ergriffen.

Zoo Leipzig: Wird die Todesursache von Ben Long niemals gefunden?

Genaue Erkenntnisse, weshalb sich die Leberwerte des Jungtiers zuletzt immer weiter verschlechterten, gäbe es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. "Ich kann auch nicht sagen, ob wir die endgültige Ursache je rausfinden werden. Meine eigene Vermutung ist, dass die körpereigene Abwehr doch nicht stark genug ist, wenn man nicht mit Muttermilch ernährt wird."

Der Zoo wolle nun so schnell wie möglich in den regulären Betrieb zurückkehren. Und auch an dem Ziel, für Nachwuchs in der Elefantenherde zu sorgen, werde man festhalten. "In einer sozialen intakten Herde braucht es Elefanten allen Alters. Deswegen werden wir in diesem Punkt niemals aufgeben."

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