Jubel an der Zapfsäule: Benzin-Preise im Rekordtief

Thomas Hommel (39) liefert mit dem Laster Heizöl für die Firma Köckritz aus. Er hat viel zu tun. Die Nachfrage ist aktuell groß wegen der niedrigen Preise.
Thomas Hommel (39) liefert mit dem Laster Heizöl für die Firma Köckritz aus. Er hat viel zu tun. Die Nachfrage ist aktuell groß wegen der niedrigen Preise.

Von Pia Lucchesi

Dresden - Bitte, volltanken! Der Preisverfall beim Rohöl macht Benzin und Heizöl günstig. Autofahrer und Hausbesitzer sind bester (Kauf-) Laune.

Ein Liter Diesel war diese Woche in Dresden schon für 1,07 Euro zu haben. In Chemnitz zapfte am Freitag der 30-jährige Benjamin Melzer 55,55 Liter E10 für 1,32 Euro je Liter. Die Rechnung von 73,83 Euro zahlte er lächelnd.

„Klar freue ich mich über die niedrigen Kraftstoffpreise. Das hilft sparen“, sagt der Vater von drei Kindern und düst mit der Familienkutsche davon. „Seit die Preise gefallen sind, sind die Leute entspannter“, hat Karl- Heinz Müller (64) beobachtet.

Er betreibt in Dresden und Rossau Star-Tankstellen. Die Heizölpreise rutschten auch in den Keller. „So niedrige Preise hatten wir das letzte Mal 2009“, berichtet Jeannette Kohoutek (42) vom Brennstoff- und Mineralölhandel Veit Köckritz in Königsbrück.

MOPO24-Reporterin Sophie (22) tankt mit einem Lachen. Diesel ist derzeit in Dresden günstig zu haben.
MOPO24-Reporterin Sophie (22) tankt mit einem Lachen. Diesel ist derzeit in Dresden günstig zu haben.

Die Prokuristin weiter: „Den ersten Preiseinbruch hatten wir Ende Januar. Seitdem verharren die Preise auf niedrigem Niveau.“

Aktuell beobachtet sie weiter fallende Ölpreise. Die Nachfrage ist entsprechend gut. Hysterische Hamsterkäufe gibt es aber nicht.

„Die Leute haben im Januar voll getankt. Jetzt ordern sie eher kleine Mengen nach, um den Preisvorteil zu nutzen.“ Das kann sich aber rasch ändern, sollte der Winter 2015 schnell und heftig über Sachsen hereinbrechen...

Profitieren Mieter eigentlich auch von den kleinen Heizölpreisen? Petra Becker (58), Chefin vom Mieterverein Dresden, sagt:

„Ja, denn der Vermieter darf nur die Kosten abrechnen, die ihm tatsächlich entstanden sind.“

Wann ist Sprit am günstigsten?

Powerfrau: Jeannette Kohoutek (42) hat den Ölpreis stets im Blick. Sie ist Prokuristin beim Brennstoff- und Mineralölhandel Veit Köckritz in Königsbrück.
Powerfrau: Jeannette Kohoutek (42) hat den Ölpreis stets im Blick. Sie ist Prokuristin beim Brennstoff- und Mineralölhandel Veit Köckritz in Königsbrück.

Laut ADAC ist der Montag derzeit der beste Tag zum Tanken. 18 bis 19 Uhr haben die Spritpreise meist ihr „Tages- Tief“.

Zum Wochenende, vor Ferien und Feiertagen steigen oft die Benzinpreise. Apps helfen sparen: Seit 2013 müssen alle Tankstellenbetreiber ihre Preise an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden.

Diese gibt die Daten an Internetdienste weiter. Smartphone-Besitzer können sich Apps herunterladen, die per GPS den Standort ermitteln und die günstigste Tanke in der Nähe suchen.

Wie lange hält das Rekord-Tief an?

Die Preise für Kraftstoffe sind stark gefallen. Beispiel: Im September 2014 kostete ein Liter Diesel im Schnitt über 1,33 Euro. Am Sonnabend zahlte man dafür bei Aral an der Bergstraße in Dresden 1,14 Euro.
Die Preise für Kraftstoffe sind stark gefallen. Beispiel: Im September 2014 kostete ein Liter Diesel im Schnitt über 1,33 Euro. Am Sonnabend zahlte man dafür bei Aral an der Bergstraße in Dresden 1,14 Euro.

Steigen die Ölpreise bald wieder? Wohl kaum, sagen die Börsen- Analysten der internationalen Großbanken.

Auf dem Weltmarkt herrscht ein Überangebot an Rohöl. Das drückt die Preise pro Barrel (Fass) unter 50 USDollar. Zum Vergleich: Im Juli 2014 kostete die gleiche Menge rund 115 US-Dollar.

Doch nicht nur die Lage am Weltmarkt wird beim Kraftstoff hierzulande „eingepreist“. Ein schwacher Euro verteuert den Sprit ebenso wie Spekulationen der Ölkonzerne...

Fotos: Ove Landgraf; Eric Münch


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