Wie teuer denn noch? Benzin könnte bald zwei Euro pro Liter kosten!

Von Björn Strauss

Berlin - Wer derzeit an der Tanke steht, bekommt ein langes Gesicht. Die Sprit-Preise sind im Jahresvergleich angestiegen. Doch das genügt manchem Politiker noch nicht... Der Preis für einen Liter Kraftstoff könnte sich bald weiter erhöhen. Denn das Bundesumweltministerium erwägt eine Steuererhöhung für Benzin und Diesel.

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth im Mittagsmagazin der ARD am 8.10.2018.
Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth im Mittagsmagazin der ARD am 8.10.2018.  © Screenshot/ARD Mediathek

Im ARD-Mittagsmagazin sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth: "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern" (>> hier in der Mediathek ca. ab Minute 10).

Das Ganze solle Anreize schaffen, auf nachhaltigere Systeme wie E-Motoren umzusteigen. Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen müsse "schneller kommen, als wir das bisher gedacht haben, als das mancher wahrhaben wollte", so Flasbarth weiter im Interview.

Momentan löhnen wir pro Liter Benzin 65,45 Cent Steuern. Für Diesel beträgt die Steuer derzeit noch 47,04 Cent. Sollte man steuerlich durchgreifen, könnte der Benzinpreis in der Tat an der 2-Euro-Marke kratzen, schreibt Chip.

Jahreshoch bei Benzinpreisen in Deutschland

Der Sprit-Preis im Oktober 2018 liegt auf Jahreshoch.
Der Sprit-Preis im Oktober 2018 liegt auf Jahreshoch.  © 123RF

Laut ADAC hat Deutschland im EU-Ländervergleich den vierthöchsten Spritpreis. Autofahrer müssen durchschnittlich zwischen 1,53 und 1,57 Euro pro Liter Super E10 hinblättern. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Benzinpreis um 3,2 Cent je Liter.

Nur bei Diesel haben Deutsche Glück - mit 1,32 Euro hierzulande liegen andere EU-Länder drüber.

Als Grund für den Anstieg ist vor allem "der im Moment stark schwankende Rohölmarkt, aber auch der Rückgang der gesamten Rohöl-Fördermengen innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC)" verantwortlich, schreibt Chip. Venezuela, das erdölreichste Land der OPEC, kämpft momentan mit einer Wirtschaftskrise, was auch als Grund der Teuerung gelte.

Übrigens, mit 41 Milliarden Euro hatten 2017 die Einnahmen aus der Mineralölsteuer den höchsten Stand seit 14 Jahren erreicht. Das größte Plus gab es bei Erdgas, hat Die Welt errechnet.

Das ganze Gegenteil einer "Verteuerung" brachte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) 2017 ins Gespräch. Er schlug gar eine niedrigere Steuer auf Benzin vor, damit die Luft sauberer wird. Die paradox klingende Idee war, dass sich mit diesem Anreiz mehr Autokäufer für Benziner und weniger für Dieselautos entscheiden...

Bevor sich aber die Politik und die Autobauer im Jahr 2018 nicht auf Entschädigungen oder Umrüstungen für Diesel-Besitzer einigen, geht der Absatz von Dieseln eh weiter zurück. Der Sprit-Preis aber steigt, wie jeder im Moment spüren muss. Die langen Gesichter an den Tankstellen wird man noch eine Weile sehen...