Rollen jetzt Köpfe? Berlins Bürgermeister muss wegen BER-Desaster aussagen

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (54, SPD) muss Rechenschaft für sein Krisenmanagement am neuen Hauptstadtflughafen ablegen.

Er war für knapp zwei Jahre Aufsichtsratschef des Pannenflughafens: Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller.
Er war für knapp zwei Jahre Aufsichtsratschef des Pannenflughafens: Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller.

Der BER-Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhauses hat den SPD-Politiker für diesen Freitag als Zeugen geladen.

Müller war von Juli 2015 bis März 2017 Aufsichtsratschef der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft.

Ob und wie ausführlich Müller schon am Freitag befragt werden kann, ist noch unklar. Zunächst will der Ausschuss den früheren Innensenator und Ex-Flughafen-Aufsichtsrat Frank Henkel (55, CDU) vernehmen.

Der neue Flughafen sollte eigentlich schon im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Nach zahlreichen Baumängeln, Technikproblemen und Planungsfehlern (TAG24 berichtete) wird der Start nun für Oktober 2020 angestrebt. Eigentümer der Flughafengesellschaft sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Inzwischen kostet der Hauptstadtflughafen bereits über 4 Milliarden (!) Euro mehr, als ursprünglich geplant. Anstatt der angesetzten 2 Milliarden, sind heute laut "flughafen-berlin-kosten.de" 6,44 Milliarden Euro angesetzt.

In Müllers Amtszeit als Aufsichtsratschef fielen die Absage der Flughafen-Eröffnung 2017, Auseinandersetzungen mit Baufirmen und eine Führungskrise im Unternehmen. In deren Verlauf machte das Gremium Müllers Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup zum Flughafenchef. Müller zog sich zurück.

Blick von oben auf Berlins Dauerbaustelle BER.
Blick von oben auf Berlins Dauerbaustelle BER.  © DPA

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