3 Wochen Dauer-Einsatz. Polizist schützt Top-Politiker vor Randalierern

Jens Noack (44) im Gespräch mit MOPO24-Redakteur Torsten Hilscher.
Jens Noack (44) im Gespräch mit MOPO24-Redakteur Torsten Hilscher.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Zehntausende Polizisten sicherten die Polit-Gipfel von Dresden, Moritzburg und Schloss Elmau. Darunter auch Hunderte Sachsen. Einer von ihnen ist Jens Noack. MOPO24 berichtet er von seinen Erfahrungen und Gefühlen dabei.

Der Händedruck gleicht einem Schraubstock. Jens Noack: 44, verheiratet, Vater zweier Kinder. 1,96 Meter groß. In seiner Funktion als Zugführer ist der Hauptkommissar für einen Trupp von 35 Leuten verantwortlich. Dienstsitz: die Bereitschaftspolizei Dresden.

Gemeinsam sind sie verfügbar, wenn es gilt, die Versammlungsfreiheit, Fußballspiele oder Politiker zu schützen. Er war schon beim Gipfel in Heiligendamm 2007 dabei. Nun Dresden, Moritzburg, Elmau.

Riese mit Herz. Hauptkommissar Jens Noack (44) ist Zugführer bei der Dresdner Bereitschaftspolizei
Riese mit Herz. Hauptkommissar Jens Noack (44) ist Zugführer bei der Dresdner Bereitschaftspolizei

„Da habe ich drei Wochen meine Familie nicht gesehen.“

In Elmau war er in den Bergen täglich 28 Kilometer auf 1300 Höhenmetern zu Fuß unterwegs, um ungebetene Gäste aufzuspüren, die sich vielleicht in die sogenannte Zone 2, das erweiterte Schutzgebiet von Schloss Elmau, einschlichen.

Alles blieb friedlich - das machte den Dienst einfacher. Und auch dies: „Der Einsatz in Bayern war für mich sehr positiv. Dort wird ,der Schutzmann‘ noch akzeptiert. Die Bevölkerung hat uns willkommen geheißen.“

Denn Realität ist auch: Für den normalen Bürger ist er ein Beschützer der Demokratie. Für deren Feinde Stellvertreter eines verhassten Systems.

Gleichwohl sagt er: „Die uns angreifen, meinen nicht mich. Das geht allein gegen die Uniform. Das muss man lernen, zu verarbeiten.“ Doch im Innern wünscht er sich, dass jene, die ihn beleidigen oder gar angreifen, daran denken, dass hinter der Montur ein Mensch steckt.

Hat er manchmal Angst? „Ja, zuletzt bei der Eröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main.“Da standen Noack und seine Kollegen einem organisierten Mob von Linksextremisten gegenüber, die mit Eisenstangen angriffen und zündelten.

„Eine hessische Kollegin haben wir aus dem brennenden Auto befreit“, fährt Noack leise fort.

An solchen Tagen hilft Kameradschaft, miteinander reden. Aber auch die Gewissheit, auf der Seite des Gesetzes zu stehen. Seinen nächsten Einsatz hat er zur Bunten Republik Neustadt.

Fotos: Eric Münch


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