Urlauber in höchster Not gerettet: Jetzt wollen sie den Einsatz aber nicht bezahlen!

Augsburg/Tirol - Am 3. Februar unternahmen zwei Deutsche eine Schneeschuh-Wanderung im Tannheimer Tal in Tirol - trotz Lawinenwarnstufe drei! Sie verirrten sich. Österreichische Bergretter bargen die beiden leichtsinnigen Urlauber. Jetzt drohen die Geretteten ihren Helfern mit einer Klage, weil ihnen die Kosten für den Einsatz zu hoch sind.

15 Bergretter rückten aus, um den deutschen Urlaubern zu helfen. (Symbolbild)
15 Bergretter rückten aus, um den deutschen Urlaubern zu helfen. (Symbolbild)  © DPA

Die beiden Schneeschuh-Wanderer unternahmen trotz erheblicher Lawinengefahr (Warnstufe 3) eine Tour zum 1688 Meter hohen Grasberg Schönkahler. Beim Abstieg verirrten sie sich und setzten einen Notruf ab.

"Wir erfuhren von den beiden telefonisch, dass sie völlig erschöpft seien, stark durchnässt und stark frieren, sie wussten nicht mehr vor noch zurück", so Ortsstellenleiter Reinhold Bilgeri.

15 österreichische Bergretter machten sie auf den Weg - drei Trupps zu je fünf Mann. Das berichtete die Zeitung Krone.

Die beiden Touristen befanden sich in höchster Not. Laut Bilgeri waren sie völlig orientierungslos, durchnässt, entkräftet und ihre einzige Lichtquelle war die Taschenlampe ihres Handys.

Schließlich fanden die Bergretter die beiden Wanderer und brachten sie in Sicherheit - warme Getränke und trockene Kleidung inklusive.

Nun würde man erwarten, dass sich die Geretteten gegenüber ihren Helfern dankbar zeigen würden. Weit gefehlt!

Einsatz zu teuer: Anwalt droht mit Klage

Trotz Lawinenwarnstufe drei begingen die beiden Urlauber ihre Tour. (Symbolbild)
Trotz Lawinenwarnstufe drei begingen die beiden Urlauber ihre Tour. (Symbolbild)  © DPA

Einer der beiden Wanderer, ein Anwalt aus Augsburg, ist der Meinung, dass zu viele Helfer für die Rettungsaktion eingesetzt wurden - zwei Männer hätten gereicht. Die Rechnung in Höhe von 2.261 Euro findet er unangemessen. Er droht mit einer Klage.

Der Bild-Zeitung liegt das Anwaltsschreiben vor, darin steht: "Vorab darf ich Ihnen mitteilen, dass ich es bedauerlich finde, dass hier offensichtlich bewusst überhöhte Kosten für Einsätze bei Touristen angesetzt werden und die Gleichbehandlung mit der Abrechnung bei Einsätzen bei Nicht-Touristen nicht gewährleistet ist."

Dieses dreiste Verhalten erzürnt die Bergretter. "Jemand, der sich in einer alpinen Notlage befindet, hat nicht zu entscheiden, wie die Rettungsorganisation ihren Einsatz anlegt", stellt Bergrettungs-Landesleiter Hermann Spiegl klar.

Er betont, dass er kein Problem mit leichtsinnigen Personen habe, die für ihre Fehler geradestehen, aber "sich erst retten lassen und die Kosten dann auf eine dermaßen unsympathische Weise abzulehnen, dafür habe ich genau null Verständnis."

Titelfoto: DPA


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