AfD-Chefin Weidel nimmt Innenminister Seehofer in Schutz

Berlin - Dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU) ausgerechnet von dieser rechtslastigen Dame Rückendeckung kriegt, überrascht nur wenig.

AfD-Chefin Alice Weidel (39) verteidigt Horst Seehofer (69, CSU). (Bildmontage)
AfD-Chefin Alice Weidel (39) verteidigt Horst Seehofer (69, CSU). (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Die AfD-Frontfrau Alice Weidel (39) verteidigte jetzt Seehofers Aussage zu abgeschobenen Flüchtlingen.

Seinen Rücktritt zu fordern, nur weil der CSU-Vorsitzende "seiner Freude über einen halbwegs gut gefüllten Flieger mit illegalen Migranten freien Lauf ließ", sei ungerechtfertigt, so Weidel am Donnerstag zur Deutschen Presse-Agentur.

"Der tragische Tod des mehrfach vorbestraften Afghanen ist trotz vieler unbestreitbarer Fehler dennoch nicht Seehofers Schuld", erklärte die Rechtspopulistin.

Allein Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) habe mit ihrer "ebenso unverantwortlichen wie eigenmächtigen Einladung an alle Welt, Menschen Versprechungen gemacht, die sie am Ende des Tages gar nicht halten kann".

Seehofer hatte am Dienstag bei der Vorstellung seines umstrittenen "Masterplans Migration" (TAG24 berichtete) gesagt: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war."

Die Äußerung löste sofort einen Shitstorm aus (TAG24 berichtete). Dieser gewann einen Tag später noch an Heftigkeit, als bekannt wurde, dass sich einer der 69 Männer in Kabul erhängt hatte.

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion verwies auf Mordfälle, bei denen Asylbewerber als Tatverdächtige ermittelt worden waren und schrieb auf Twitter: "Pure Heuchelei um #Seehofer: Wer ist denn dann für den Tod der jungen Mädchen verantwortlich?"

Politiker der Linken, der Grünen und der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert (29) forderten Seehofers Rücktritt. Auch Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (74, SPD) und Grünen-Politikerin Claudia Roth (63) gingen hart mit Seehofer ins Gericht.

In der Union ließ man den Spruch des Innenministers dagegen unkommentiert.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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