Fiese Masche! Darum muss ein Student bei Amazon nie zahlen

Berlin - Essen bis zur Haustür geliefert bekommen und nicht mal dafür zahlen? Klingt verlockend. Fand auch ein deutscher Student und prellte sogar den US-Konzern Amazon.

Ein Student bestellt regelmäßig bei Amazon ohne zu bezahlen - und kommt damit durch.
Ein Student bestellt regelmäßig bei Amazon ohne zu bezahlen - und kommt damit durch.  © DPA

Gegenüber dem Tagesspiegel verriet der junge Mann, der nicht namentlich genannt werden möchte, seine miese Masche.

Er bestellte regelmäßig jede Menge Lebensmittel im Online-Shop. Zig Kilo Nudeln, etliche Gläser Pesto und Nutella, aber auch einige Packungen Waschmittelpads landeten in seinem 124 Euro teuren Warenkorb.

Als die Pakete schließlich bei ihm ankamen, reklamierte er diese aber direkt wieder und bekam sein Geld ohne Probleme zurück. Die Produkte musste er aber nicht wieder an Amazon schicken, der Aufwand sei zu hoch. "Aufgrund der Umstände und der Beschaffenheit des Artikels ist eine Rückgabe ausnahmsweise nicht erforderlich", erklärte eine Mitarbeiterin des Kundendienstes auf Nachfrage des Tagesspiegels.

Ein Schlupfloch, welches scheinbar noch viele andere Menschen ausnutzen, denn auch der BWL-Student wurde erst durch eine Freundin auf die Idee gebracht und probierte es anschließend selbst aus. Mit Erfolg!

"Amazon Fresh" liefert frische Lebensmittel bis an die Haustür.
"Amazon Fresh" liefert frische Lebensmittel bis an die Haustür.  © DPA

Das "kleine" Problem an der Sache: Die Masche ist illegal - Betrug! Schließlich bestellte der Student die Ware bereits mit der Absicht, diese nicht bezahlen zu wollen.

Die Lieferdienste der meisten Supermarkt-Ketten haben sich gegen diese betrügerischen Machenschaften abgesichert. Rewe und Edeka zum Beispiel schicken ihre Lieferboten direkt bis an die Haustür und lassen die Pakete persönlich überreichen. Fallen den Kundern Mängel an den Produkten auf, können sie diese dem Überbringer direkt wieder mitgeben.

Beim Lieferdienst "Amazon Fresh", der mittlerweile auch schon frische Produkte wie Eier, Milch, Fleisch oder Obst und Gemüse zu den Wohnungen der Kunden transportiert, sieht es ähnlich aus. Hier haben die Einkäufer aber immerhin trotzdem noch 30 Tage Zeit, um Beschädigungen zu melden und sich das Geld erstatten zu lassen - natürlich auch ohne die Nahrungsmittel zurückzuschicken.

Bisher scheinen sich die Verluste für den Lieferdienst aber dennoch in Grenzen zu halten, bleibt abzuwarten, ob Amazon dennoch plant, diese Lücke im Konzept in Zukunft zu schließen.


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