Berlins berühmteste Rebellin ist tot

Oma Anni machte als SPD-Wählerin schonmal Werbung für die Linke.
Oma Anni machte als SPD-Wählerin schonmal Werbung für die Linke.  © DPA

Berlin - Anni Lenz, auch bekannt als resolute Berliner Mietrebellin "Oma Anni", ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das bestätigte ihr Sohn am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die rüstige Rentnerin starb in der Nacht zum Mittwoch. Im Berliner Wahlkampf hatte Anni Lenz Berühmtheit erlangt, weil sie sich in ihrer denkmalgeschützten Reinickendorfer Siedlung seit Jahren gegen Mieterhöhungen engagierte.

Auf einem Wahlplakat der Linken war sie, in Oma-Manier mit Strickweste auf ein Fensterbrett gelehnt, als "Mietrebellin" zu sehen.

Kurios dabei war, dass "Oma Anni" überzeugte SPD-Wählerin war. "Gewohnheitssache", sagte sie im August dazu. Mit der Linken sei sie zwar befreundet, doch mit der SPD habe sie einfach die besten Erfahrungen gemacht.

Die Linke schaltete am Freitag eine Traueranzeige in ihren sozialen Netzwerken. Darin würdigt sie Lenz als "Symbolfigur des Widerstands für den unbeugsamen Kampf von Mieterinnen und Mietern um ihr Zuhause und gegen Verdrängung." Ihre Herzlichkeit und ihre liebevolle Art bleibe unvergesslich.

Auch kurios: Oma Annis Adresse in ihrer Siedlung lautete "Kehrwieder".


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