Anis Amri kam nur nach Deutschland, um Anschlag zu verüben

Anis Amri plante offenbar schon bei seiner Einreise einen Anschlag.
Anis Amri plante offenbar schon bei seiner Einreise einen Anschlag.  © DPA

Berlin – Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, hat den Anschlag nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Freitag) schon bei seiner Einreise nach Deutschland geplant. Das gehe aus Ermittlungsakten hervor, schreibt das Blatt. Seinerzeit habe ihn ein Islamist begleitet, den Behörden der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zugerechnet hätten.

Von Beginn an habe Amri in direktem Kontakt zu IS-Terroristen in Libyen gestanden und direkte Instruktionen erhalten. Bereits im Dezember 2015 habe sich der Tunesier im Internet darüber informiert, wie er Menschen töten könnte. Die der Zeitung vorliegenden Ermittlungsakten offenbarten Fahndungspannen, Behördenversagen und Widersprüche, heißt es in dem Bericht.

Nach Angaben des Berliner Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele hätten Bundesbehörden schon im Februar 2016 Kenntnis über konkrete Anschlagspläne Amris gehabt, über die er in abgehörten Chats mit libyschen IS-Kämpfern gesprochen habe. "Das Bundeskriminalamt kannte diese Protokolle", zitiert die Zeitung Ströbele.

"Aufgrund dieser Verdachtstatsache hätte der Generalbundesanwalt einen Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung erwirken können." Aus unerklärlichen Gründen sei Amri aber nicht einmal lückenlos observiert worden.

Der Islamist war am 19. Dezember 2016 mit einem gestohlenen Laster in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland starben zwölf Menschen, nahezu 100 wurden verletzt. Amri wurde wenige Tage später auf der Flucht von italienischen Polizisten erschossen.

Mit diesem Laster raste der Terrorist auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche.
Mit diesem Laster raste der Terrorist auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche.  © DPA

Titelfoto: DPA


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