Antisemitischer Angriff: Mann prügelt auf Spaziergänger (70) ein

Berlin - Schon wieder hat es in Berlin einen antisemitischen Angriff gegeben.

Ein 70-jähriger Mann ist am Montag in Berlin-Pankow von einem unbekannten Täter antisemitisch beleidigt und angegriffen worden. (Symbolbild)
Ein 70-jähriger Mann ist am Montag in Berlin-Pankow von einem unbekannten Täter antisemitisch beleidigt und angegriffen worden. (Symbolbild)  © riearl/123rf

Dabei wurde ein 70-jähriger Mann am Montag in Berlin-Pankow von einem unbekannten Täter durch Schläge am Kopf und Kinn verletzt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Der 70-Jährige ging am Montagnachmittag auf der Busonistraße im Stadtteil Karow spazieren, als er von dem anderen Mann antisemitisch beleidigt wurde.

Er wehrte sich verbal, woraufhin der Angreifer ihn schlug. Der 70-Jährige stürzte. Erst eine Passantin sorgte dafür, dass der Angreifer flüchtete. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verurteilte die Tat scharf. "Es darf nicht sein, dass am helllichten Tag ein Spaziergänger antisemitisch beleidigt und dann geschlagen wird, wenn er sich verbal zur Wehr setzt. Das sind Geschehnisse, die in unserer Stadt angesichts unserer Geschichte einfach nicht passieren dürfen und die niemals zur Normalität werden dürfen."

Erst am Montag hatte eine Gruppe von Abgeordneten von SPD, CDU, Linken, Grünen und FDP gefordert, antisemitische Straftaten konsequent zu erfassen und zu ahnden. Sie kritisierten, die Statistik sei nicht genau genug. Der Senat hatte in einer Antwort auf eine Anfrage eingeräumt: "Eine Differenzierung nach klassischem Antisemitismus, israelbezogenem und sekundärem Antisemitismus ist nicht möglich."

Nach den genannten aktuellen Zahlen wurden in den 13 Monaten zwischen dem 1. Juli 2018 und dem 31. Juli 2019 4.88 Strafverfahren erfasst. 319 Verfahren richteten sich gegen ermittelte Verdächtige, 169 gegen Unbekannt. Dabei ging es um Sachbeschädigungen, Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe. Der Senat listete in seiner Antwort Beispiele auf, viele davon betrafen Gedenkstätten oder jüdische Einrichtungen, es gab Schmierereien mit Hakenkreuzen und Beschädigungen von Stolpersteinen.

Kürzlich war bekannt geworden, dass das Ermittlungsverfahren wegen eines Angriffs auf einen Rabbiner eingestellt werden musste. Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Yehuda Teichtal, war im Juli in Begleitung eines seiner Kinder von Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden.

Bei den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwalttschaft gab es zwar Verdächtige, die Tat konnte ihnen aber trotz Handyauswertungen und Zeugenvernehmungen nicht eindeutig nachgewiesen werden.

 Der Rabbiner Yehuda Teichtal war Ende Juli in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden.
Der Rabbiner Yehuda Teichtal war Ende Juli in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden.  © Jörg Carstensen/dpa

Titelfoto: riearl/123rf

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