"Fühle mich gut aufgehoben": Islam-Kritiker Sarrazin will SPD nicht verlassen

Berlin - Der umstrittene Bestseller-Autor und frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (73, "Deutschland schafft sich ab") wird die SPD nach über vier Jahrzehnten nicht verlassen – zumindest nicht freiwillig.

Thilo Sarrazin (73) sieht überhaupt keinen Anlass dafür, nach 45 Jahren aus der SPD auszutreten.
Thilo Sarrazin (73) sieht überhaupt keinen Anlass dafür, nach 45 Jahren aus der SPD auszutreten.  © DPA

"Ich fühle mich in der SPD, in der ich aufwuchs, nach wie vor gut aufgehoben", erklärte Sarrazin am Donnerstag bei der Vorstellung seines bereits im Vorfeld umstrittenen neuen Buches über den Islam.

Er sei seit 45 Jahren Mitglied der SPD, und im Jahr seines Beitritts habe die Regierung von Willy Brandt (†78) den "umfassenden Zuzugsstopp für Gastarbeiter" erlassen, sagte Sarrazin.

Auch Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (†96) habe sich in seinen Büchern "wiederholt über die kulturellen Gefahren muslimischer Einwanderung ausgelassen". 1973 trat der Anwerbestopp für neue Gastarbeiter in Kraft.

Wegen des neuen Buchs "Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" hatte die SPD-Spitze Sarrazin aufgefordert, aus der Partei auszutreten.

"Was er schreibt, hat mit sozialdemokratischen Positionen nichts zu tun", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil (40) gegenüber der DPA.

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert (29) regte ein neues Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin an. Die SPD ist bereits zweimal mit dem Versuch gescheitert, Sarrazin aus der Partei auszuschließen (TAG24 berichtete).

Für den Berliner Grünen-Landesvorsitzenden Werner Graf (38) ist Sarrazins neues Buch schlichtweg ein "Brandbeschleuniger für Hass und Gewalt".

Titelfoto: DPA


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