Wegen Benzin-Engpass: Darum sollen Tanklaster auch sonntags fahren

Berlin - Die Spritpreise steigen auf astronomische Summen. Und in vielen Tankstellen speziell in NRW und Rheinland-Pfalz sind die Zapfsäulen aufgrund der Knappheit von Benzin und Diesel leer. Deshalb sollen jetzt Tanklaster auch an Sonn- und Feiertagen fahren dürfen.

Die Schiffe auf dem Rhein können aufgrund des Wassermangels nicht mehr voll beladen fahren.
Die Schiffe auf dem Rhein können aufgrund des Wassermangels nicht mehr voll beladen fahren.  © DPA

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) habe das Bundesverkehrsministerium entsprechend um eine vorübergehende Aufhebung der Fahrverbote gebeten, teilte ein MWV-Sprecher am Sonntag der DPA mit.

Als weiteres Mittel nannte er eine temporäre Erhöhung des zulässigen Transportgewichts von 40 auf 44 Tonnen.

Die Bundesregierung hatte bereits vor mehreren Wochen größere Mengen Benzin, Diesel und Kerosin aus der nationalen Ölreserve freigegeben. Nun würden weitere Hilfsmaßnahmen geprüft.

"Wir sind bereits mit Hochdruck dran, Abhilfe zu schaffen", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) der "Bild am Sonntag".

Das Lagezentrum des Ministeriums habe ihm "das Nachschub-Problem und die Situation an den Tankstellen" gemeldet. Details zu möglichen Hilfen nannte er nicht.

Tanklaster fahren womöglich bald wieder auch an Sonn- und Feiertagen auf deutschen Straßen. (Symbolbild)
Tanklaster fahren womöglich bald wieder auch an Sonn- und Feiertagen auf deutschen Straßen. (Symbolbild)  © DPA

"Einen Notstand haben wir nicht, aber sehr wohl eine angespannte Versorgungssituation im Westen und Südwesten Deutschlands", sagte der MWV-Sprecher.

Es könne immer wieder über mehrere Stunden zu Leerständen an Tankstellen kommen. "Eine Entspannung ist erst in Sicht, wenn der Rheinpegel steigt. Dafür muss es kräftig regnen."

Auch der Geschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen, Stephan Zieger, sprach von "Schwierigkeiten" in einigen Regionen, besonders entlang des Rheins in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Wegen des niedrigen Pegels können Tankschiffe nur noch halb so viel oder noch weniger Benzin und Diesel transportieren (TAG24 berichtete).

Derzeit werde noch geprüft, ob ein neuer Antrag auf Freigabe weiterer Reserven für betroffene Regionen gestellt werde, sagte Zieger. Er betonte aber: "Es gibt keine nennenswerten Ausfälle." Auch leer gelaufene Tankstellen bekämen in aller Regel nach einigen Stunden wieder Ware. "Wir haben es noch im Griff."

Die Mineralölwirtschaft hatte die freigegebenen Bestände aus der nationalen Ölreserve weitgehend abgerufen. Ein Sprecher des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums wollte sich am Sonntag nicht zu dem Thema äußern.

Titelfoto: DPA


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