Schwanger in den Knast? Mauermuseums-Chefin nimmt das in Kauf

Die schwangere Alexandra Hildebrandt könnte vielleicht im Gefängnis landen.
Die schwangere Alexandra Hildebrandt könnte vielleicht im Gefängnis landen.  © DPA

Berlin - Die Chefin des Mauermuseums Alexandra Hildebrandt ist schwanger. Eigentlich sollte die 58-Jährige der Geburt ihres Kindes entgegenfiebern.

Doch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat ihr ein Busgeld von 278,50 Euro auferlegt, das Hildebrandt nicht zahlen will. Weil sie sich weigert, droht ihr nun der Knast, wie die B.Z. berichtet.

Doch wie kam es dazu? Vor dem Mauermuseum am Checkpoint Charlie wollten die beiden ukrainischen Sängerinnen "Telnyuk Sisters" auftreten. "Beim Bezirksamt beantragte ich die Genehmigung für ein kleines Straßenkonzert. Abgelehnt", so Hildebrandt gegenüber der Zeitung.

Damit ein Auftritt trotzdem stattfinden kann, soll die Chefin den Frauen angeboten haben im Museum zu spielen, doch die weigerten sich. Stattdessen sollen die beiden Sängerinnen ihre Anlage auf der Mitteleinsel aufgebaut und drauflos gesungen haben.

"Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei beobachteten alles, schritten aber nicht ein", so die Chefin weiter. 20 Minuten dauerte der Auftritt, das Bußgeld dafür erhielt jedoch Alexandra Hildebrandt.

"Das war aber nicht meine Veranstaltung. Ich wollte nur helfen und übersetzte die Lieder. Ich zahle nicht!" Nun droht der 58-jährigen Schwangeren deswegen eine sechswöchige Erzwingungshaft.

Hildebrandt ist das egal. Sie will das Schreiben nicht auf sich sitzen lassen: "Dann gehe ich lieber ins Gefängnis, obwohl ich Anfang 2018 mein siebentes Kind erwarte."

Das Bezirksamt selbst gab über die Sprecherin Sara Lehmann bekannt, dass es nicht ihre Aufgabe sei "den Schwangerschaftszustand einer Betroffenen zu ermitteln".

Titelfoto: DPA


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