AfD-Anhänger bedrohen Sternekoch wegen dieses Schildes

Sommelier Billy Wagner (35) eröffnete im Februar 2015 das Restaurant "Nobelhart & Schmutzig" in Berlin Kreuzberg.
Sommelier Billy Wagner (35) eröffnete im Februar 2015 das Restaurant "Nobelhart & Schmutzig" in Berlin Kreuzberg.

Berlin - Seit fast zwei Jahren hat das angesagte Sternerestaurant "Nobelhart & Schmutzig" in Kreuzberg geöffnet - seit November sind in den Räumlichkeiten nicht nur Waffen, Fotos und Handys verboten, sondern auch AfD-Anhängern wird der Eintritt verwehrt.

Verantwortlich für dieses politische Statement ist der Chefkoch selbst, Billy Wagner (35). Einen Namen machte sich der bärtige Rotschopf als Sommelier, dann als Restaurantbesitzer. In den vergangenen Wochen ging er vorallem wegen seines AfD-Verbots durch die Medien.

Denn das Foto, das den neusten Aufkleber auf der Eingangstür seines, seit November Michelin-besternten, Restaurants, wurde tausendfach geteilt und kommentiert. Darunter waren natürlich nicht nur Befürworter. Ihm wurde damit gedroht, das Gesundheitsamt loszuschicken – oder ihn eben krankenhausreif zu schlagen.

Unter Mails und Anrufen war besonders eine Aussage für den Sommelier besonders schockierend. "Das krasseste war der Satz: 'Warte mal, bis wir an der Macht sind'. Da wird mir unwohl". Das klingt schon ein bisschen nach...naja...Ihr wisst schon.

"Ich kann kein Gedankengut mit völliger Intoleranz in meinem Restaurant dulden", erklärte Billy der Huffington Post.

Das Restaurant. Seit November hängt an der Tür ein Verbotsschild für AfD-Mitglieder.
Das Restaurant. Seit November hängt an der Tür ein Verbotsschild für AfD-Mitglieder.

Die Drohungen gegen sein "Nobelhart & Schmutzig" kommen ihm aber sogar gelegen. Denn sie würden zeigen, was für Menschen diese Partei ausmachen.

"Wenn jemand noch nicht genau wusste, was er 2017 wählen soll, hat er nun hoffentlich ein klares Bild über die Partei bekommen. Es ist besser irgendwas anderes zu wählen, aber nicht die AfD oder eine Partei aus dem extrem rechten Bereich", so der 35-Jährige.

Zur Anzeige bringen möchte er die Menschen hinter den fiesen Kommentaren nicht, zumindest solange es ihn nicht "seelisch oder körperlich betrifft".

Unterstützer hat Billy Wagner jedoch immer noch viele: "Das ist ein wirklich richtiger Schritt", kommentiert ein User das Foto, ein anderer meint: "Beim nächsten Berlin Besuch werde ich euch besuchen und euer Essen genießen. Lasst euch nicht unterkriegen".

Auch wenn das Schild wirklich polarisiert - und zwar nicht nur zwischen AfD-Befürwortern und eher Linken - Betreiber Wagner hat damit eine Debatte um Toleranz ausgelöst, die sich nicht nur auf politischer Ebene abzuspielen scheint.


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