Viel Wirbel um Foto von Seehofer-Team: Erst Löschung, jetzt wieder da

Berlin - Am 14. März wurde CSU-Politiker Horst Seehofer (68) zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat im Kabinett Merkel ernannt. Kürzlich hat der 68-Jährige seine Führungsriege auf der Webseite des BMI per Foto vorgestellt. Rund um das Bild gibt es jede Menge Aufregung. Hier sind die Gründe.

Horst Seehofer (68, CSU, 5.v.l). eingerahmt von seiner Führungsmannschaft auf dem ursprünglichen Bild
Horst Seehofer (68, CSU, 5.v.l). eingerahmt von seiner Führungsmannschaft auf dem ursprünglichen Bild  © Twitter Screenshot Hannah Neumann

Auf dem besagten Schnappschuss war das "Team Seehofer" abgebildet. Acht Staatssekretäre standen Seite an Seite mit Seehofer, je vier links und rechts von ihm drei davon parlamentarischer Natur, fünf verbeamtet.

Auf den ersten Blick überhaupt nicht spektakulär, und doch entstand im Internet ein heftiger Shitstorm, weil die Aufnahme neun Männer und eben keinerlei Frauen zeigt. Da sich das Ministerium auch um Gleichberechtigung kümmern soll, ist die "Männerwirtschaft" nicht das, was man erwarten würde.

Nicht meine Heimat! #Diversity #Feminism #Vielfalt @BMI_Bund Führungsriege #Heimatministerium #Seehofer #Heimat schrieb die Grünen-Politikerin Hannah Neumann auf Twitter und legte damit den Finger in die Wunde. Acht Assistenten, keine einzige Frau, das fanden viele User eher unpassend.

"Sie werden Sandalen und Tennissocken tragen", meint ein Twitter-Nutzer. "Oh wow, #Heimat ganz ohne Frauen? Wollte keine oder hat die „Führungsriege“ keinen Platz für eine Frau?! Traurig Truppe! @CSU @BMI_Bund #Seehofer, beschwert sich eine SPD-Politikerin.

Die endgültige Version der Führungsriege.
Die endgültige Version der Führungsriege.  © DPA

"Das M in BMI steht für Männer, weiß man doch", merkt jemand an.

Somit keine Überraschung, dass das Bild gelöscht wurde. Wer jetzt jedoch gedacht hätte, dass eine Rechtfertigung in Bezug auf das Geschlechter-Verhältnis und die nicht erfüllte Frauenquote folgen würde, irrt. Die Erklärung des Bundesministeriums des Innern wirkt vielmehr ausweichend.

"Tatsächlich wurde das Bild nach kurzzeitiger Veröffentlichung wieder depubliziert. Hintergrund war die Tatsache, dass die zuständigen Abteilungen im Hause darauf hingewiesen haben, dass die Veröffentlichung der erforderlichen und zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgten Kabinettbefassung mit den Personalien, vorgreifen könnte. Das Bild wird nach der heute anstehenden Kabinettbefassung wieder auf der Webseite des BMI eingestellt. Zudem musste im Bild nachträglich das Logo entfernt werden" heißt es auf der offiziellen Webseite.

Im Bereich Presse ist das Foto wie versprochen inzwischen auch wieder sichtbar.


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