Polizei beendet Suche nach der verschwundenen Rebecca

Berlin - Die Berliner Polizei hat ihre Suche nach der verschwundenen 15-jährigen Rebecca in einem Waldstück bei Kummersdorf in Brandenburg für beendet erklärt.

Am Samstag suchte die Polizei erneut mit allen Mitteln nach der 15-jährigen Rebecca.
Am Samstag suchte die Polizei erneut mit allen Mitteln nach der 15-jährigen Rebecca.  © Polizei Berlin

"Die Suchmaßnahmen an dem Ort sind gestern abgeschlossen worden, leider ohne Erfolg", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Derzeit ist es für heute nicht vorgesehen, woanders zu suchen", sagte die Sprecherin.

Drei Tage lang hatten jeweils Hundertschaften der Polizei den weitläufigen Kiefernwald rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin mit Leichensuchhunden und anderen Spürhunden systematisch durchkämmt, ohne etwas zu finden (TAG24 berichtete).

Unter den inzwischen mehr als 1.200 Hinweisen sei auch einer auf den Wald zwischen den kleinen Orten Kummersdorf und Wolzig in der Umgebung von Storkow, so die Polizei. Mehr Informationen gab sie dazu nicht. Möglicherweise sah dort jemand ein rotes Auto, wie es der Schwager von Rebecca fährt. Der Wald ist allerdings sehr groß und sollte Stück für Stück abgesucht werden.

Unterstützung für die Berliner Polizei kam aus anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Auch Polizeiautos aus Thüringen wurden gesehen. Am Freitag hatte die Polizei zudem private Suchhunde eingesetzt.

Mit langen Stöckern ausgerüstet waren die Polizei im Wald unterwegs. Die siebenstündige Suche blieb erfolglos.
Mit langen Stöckern ausgerüstet waren die Polizei im Wald unterwegs. Die siebenstündige Suche blieb erfolglos.

Das Auto der Familie der Schwester wurde am Vormittag des 18. Februar und am Abend des 19. Februar auf der nahe gelegenen Autobahn A12 von einem automatischen Erfassungssystem registriert. Die Kameras hängen an einer Brücke über der Autobahn direkt an der Ausfahrt Storkow.

Nach Angaben der Polizei ist der Schwager der einzige Mensch, der zu den genannten Zeitpunkten mit dem Auto gefahren sein kann. Die Fahrten sollen nicht zu seiner früheren Version der Ereignisse passen. Der Mann sitzt als Verdächtiger in Untersuchungshaft und schweigt laut Polizei zu den Beschuldigungen.

Ein Prozess könnte ihm auch dann drohen, wenn die Leiche von Rebecca nicht gefunden wird. "Für eine Anklage braucht es nicht zwingend eine Leiche", sagte der Strafrechtler Hans Lilie aus Halle (Saale) zur Rechtslage. Für die Ermittler steige ohne Leichenfund allerdings der Druck, belastbare Beweise zu finden.

"Es gibt einige Fälle, in denen Personen verurteilt worden sind und in denen das Opfer nie gefunden wurde", sagte Lilie der Deutschen Presse-Agentur. «In diesen Fällen hat die Indizienkette aber ausgereicht, dass bei dem Richter die Gewissheit bestanden hat, dass ein bestimmtes Tatgeschehen zum Tod des Opfers geführt hat." Wenn keine Leiche gefunden werde, müsse das Gericht am Ende die Beweise bewerten und seine Schlussfolgerungen ziehen.

Der Strafverteidiger Stefan Conen hatte im RBB-Inforadio kritisiert, dass der beschuldigte Schwager schon als Täter dargestellt werde, obwohl in jedem Ermittlungsverfahren die Unschuldsvermutung gelte. "Und nicht nur im Ermittlungsverfahren, sondern bis zum Abschluss eines Verfahrens."

Dass immer wieder belastende Informationen aus den Ermittlungen der Kriminalpolizei bekannt würden, sei "irreparabel, das gefährdet ein faires Strafverfahren". Conen betonte: "Wenn es nicht zu einem solchen kommt, wird dieser Beschuldigte, der als unschuldig zu gelten hat, sein Leben lang von den Behörden mit dem Kainsmal eines Verdachts bedacht - und wird dieses auch nicht mehr abstreifen können."

Rebecca war vor drei Wochen aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden und morgens nicht in der Schule erschienen. Als dringend tatverdächtig gilt der 27 Jahre alte Schwager, der in Untersuchungshaft sitzt. Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass Rebecca getötet wurde.

Am Donnerstag suchte eine Hundertschaft den Storkower Ortsteil Kummersdorf (Landkreis Oder-Spree) ab.
Am Donnerstag suchte eine Hundertschaft den Storkower Ortsteil Kummersdorf (Landkreis Oder-Spree) ab.  © Morris Pudwell

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