Bürgerbegehren zur Rettung des Monbijou Theaters: Petition an Politiker übergeben

Berlin - Rund 350 Unterschriften aus Berlin fehlten am Dienstag noch. Einen Tag später waren die 11.000 für das Quorum erreicht! Seit dem 10. Mai lief die Online-Petition zur Rettung des Original Berliner Monbijou Theaters und der Märchenhütten. Am Donnerstag wurde die Liste der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte überreicht.

Vertreter des Monbijou Theaters und des Hexenkessel Ensembles sowie unterstützende Berliner überreichten Frank Bertermann (3.v.li.) die Liste mit den Unterschriften.
Vertreter des Monbijou Theaters und des Hexenkessel Ensembles sowie unterstützende Berliner überreichten Frank Bertermann (3.v.li.) die Liste mit den Unterschriften.  © Monbijou Theater

Zum Schluss ging es auf der Zielgeraden ganz schnell. Etliche Berliner unterschrieben die Petition innerhalb weniger Stunden und machten die benötigten 11.000 Unterschriften am Mittwoch gegen 10 Uhr voll.

Unterstützung gab es aber auch aus vielen anderen Regionen Deutschlands und sogar der ganzen Welt! Menschen aus insgesamt 38 Ländern haben bis heute unterschrieben. Aktueller Stand (21. Juni 2019): 15.513 Unterstützer, davon 11.375 aus Berlin.

Am Donnerstagabend machten sich Mitglieder des Monbijou Theaters, des Hexenkessel Ensembles (Pfefferberg Theater) sowie Berliner auf den Weg zum Rathaus Mitte. Dort überreichte die Initiative ihre erfolgreich umgesetzte Petition an den Vorsteher der BVV Mitte, Frank Bertermann (Grüne).

Anschließend versammelten sich die Unterstützer im großen Sitzungssaal und hofften auf erste klare Antworten aus der Politik.

Zur Erinnerung: In diesem Jahr erhielt eine völlig unbekannte, zum damaligen Zeitpunkt sogar noch nicht einmal gegründete gGmbH die Zusage, als neuer Betreiber im Monbijoupark die öffentliche Parkfläche an der Museumsinsel zu nutzen (TAG24 berichtete).

Das Vergabeverfahren ist umstritten und wurde bis heute von der BVV Mitte und der Humboldt-Universität nicht transparent gemacht.

Die Berliner Politik muss sich nun mit dem umstrittenen Vergabeverfahren auseinandersetzen.
Die Berliner Politik muss sich nun mit dem umstrittenen Vergabeverfahren auseinandersetzen.  © Monbijou Theater

Zudem verloren mit der getroffenen Entscheidung mindestens 40 Mitarbeiter des Monbijou Theaters quasi über Nacht ihre Jobs!

Der neue Betreiber der Flächen auf dem Bunkerdach des Monbijou Parks ist die "Theater an der Museumsinsel Berlin gGmbH".

Dahinter stecken Bühnenbildner David Regehr, Schauspieler Matthias Horn und der Regisseur Maurici Farré.

Allesamt Ex-Kollegen des Chefs vom Monbijou Theater, Christian Schulz, der sein Lebenswerk zerstört sieht. Doch nun müssen die Karten neu gemischt werden.

Dazu gab es am Donnerstag erstmal "eher ernüchternde und destruktive Argumente seitens der Fraktionen von SPD und Die Grünen", heißt es in einer Presseerklärung des Monbijou Theaters.

Danach habe der CDU-Abgeordnete Sebastian Pieper erneut die am gelaufenen Vergabeprozess beteiligten Kolleginnen und Kollegen aufgefordert, "die fehlende Transparenz dieser Verstrickung von Entscheidungen endlich klarzustellen".

Über 11.370 Berliner erwarten deshalb jetzt seitens der Politik klare Antworten und konstruktive Angebote zu ihrem Bürgerbegehren.

Eine Besucherin der öffentlichen BVV-Sitzung am Donnerstag äußerte zum Schluss: "Es wurden keine konstruktiven Überlegungen durch Herrn Bertermann und Herrn Gothe dargelegt, eher Zurechtweisungen. Um es kurz zu machen: Das ist schlechtes Theater mit eigener Alimentierung ihrer Persönlichkeiten."

Und weiter: "Schade, hier haben wohl die gewählten 'Volksvertreter' vergessen, wofür sie angetreten sind. Das ist großes Schmierentheater mit einem Geschmäckle, was letztendlich eher jegliches Vertrauen in Politik zerstört."

Titelfoto: Screenshot Facebook/Hexenberg Ensemble

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