Nach Cyberangriff: Horst Seehofer verspricht umfassende Information zum Datendiebstahl

Berlin - Nach dem Hackerangriff auf Politiker und Prominente (TAG24 berichtete) wächst die Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Nun hat der 69-Jährige umfangreiche Information der Öffentlichkeit angekündigt.

Horst Seehofer läuft zum Auftakt der Winterklausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag im Hof des Kloster Seeon an einem Plakat mit der Aufschrift "#seeon19" vorbei.
Horst Seehofer läuft zum Auftakt der Winterklausur der CSU-Landesgruppe im Bundestag im Hof des Kloster Seeon an einem Plakat mit der Aufschrift "#seeon19" vorbei.  © DPA

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte der CSU Politiker, dass er sich am Montag noch einmal mit den Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundeskriminalamtes (BKA) zusammensetzen werde.

Die Öffentlichkeit wolle Seehofer dann "spätestens Mitte der Woche ausführlich informieren", zitiert das Blatt ihn weiter. Allerdings wolle er die Bevölkerung "nur mit belastbaren Fakten und nicht mit Vermutungen" informieren, heißt es weiter. "Die Öffentlichkeit wird alles erfahren, was ich weiß", sagte Seehofer der Zeitung.

Zuletzt geriet Seehofer in die Kritik, da er sich tagelang nicht zum Datenklau geäußert hatte. Nach eigenen Angaben erfuhr er erst Freitagmorgen von der Veröffentlichung umfangreicher, teils sensibler Daten und Dokumente von Hunderten Politikern, Künstlern und Journalisten im Netz – also zeitgleich mit dem Großteil der Bevölkerung.

BSI-Präsident Arne Schönbohm hat nach eigener Aussage bereits früh im Dezember vom vermutlich größten Daten-Leak in der deutschen Geschichte gewusst. Allerdings wurde das BKA nicht darüber unterrichtet (TAG24 berichtete).

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind nur etwa 50 von fast 1.000 Fällen des Datenklaus schwerwiegender. Nach bisherigem Stand seien 994 Personen betroffen, vor allem aktive und ehemalige Mandatsträger. Bei 940 Fällen gehe es aber lediglich um die Veröffentlichung von Kontaktdaten. In den 50 schwerwiegenden Fällen hingegen ging es um größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz. Diese Fälle seien nun besonders im Fokus der Ermittlungen.

Horst Seehofer verspricht volle Transparenz zum Daten-Hack.
Horst Seehofer verspricht volle Transparenz zum Daten-Hack.  © DPA

Titelfoto: DPA

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