Verletzte durch Raketen-Würfe bei Berliner Derby: Polizei ermittelt gegen Hertha-Fans

Berlin - Die Polizei hat nach den Raketenwürfen und dem Pyro-Skandal beim Bundesliga-Derby 1. FC Union gegen Hertha BSC Strafermittlungsverfahren eingeleitet.

Unions Christopher Lenz und Unions Rafal Gikiewicz beruhigen vermummte Fans ihres Vereins nachdem die Hertha-Fans Pyrotechnik auf das Spielfeld schießen.
Unions Christopher Lenz und Unions Rafal Gikiewicz beruhigen vermummte Fans ihres Vereins nachdem die Hertha-Fans Pyrotechnik auf das Spielfeld schießen.  ©  Britta Pedersen, Andreas Gora/dpa

Zwei Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Das teilte die Berliner Polizei am späten Samstagabend mit: "Wir standen während des gesamten Spiels in Kontakt mit dem Veranstalter sowie dem Sicherheitsdienst und haben die Situation zu jeder Zeit bewertet."

Aufgrund festgestellter Straftaten, unter anderen wegen des Einsatzes von Pyrotechnik, würden nun die nächsten Schritte erfolgen.

Durch das Abfeuern von Pyrotechnik aus dem Gäste-Fanblock seien "nach aktuellem Stand" ein Heim-Fan und ein Polizist verletzt worden, hieß es weiter.

Nach wiederholtem Zünden von Pyros in beiden Fanblöcken und mehreren Raketen aus dem Gäste-Sektor, die auf dem Spielfeld und auch auf der Tribüne gelandet waren, hatte Aytekin die Partie kurz nach der Pause unterbrochen. Danach habe er mit den Trainern über die Lage gesprochen.

"Letztendlich haben wir dann auch in Abstimmung mit der Polizei - da waren wir in sehr engem Kontakt - entschieden, das Spiel zu Ende zu bringen. Weil die Gesamtverantwortung für das Spiel und die Sicherheit im Raum stehen", sagte Aytekin.

Polizeibilanz nach Berlin-Derby: Drei Verletzte und 25 Strafverfahren

Unions Rafal Gikiewicz (M) beruhigt vermummte Fans seines Vereins, nachdem Hertha-Fans Pyrotechnik auf das Spielfeld geschossen (Symbolbild).
Unions Rafal Gikiewicz (M) beruhigt vermummte Fans seines Vereins, nachdem Hertha-Fans Pyrotechnik auf das Spielfeld geschossen (Symbolbild).  © Britta Pedersen, Andreas Gora/dpa

Update, 14.52 Uhr

Bei den Ausschreitungen rund um das erste Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC hat es insgesamt drei Verletzte gegeben.

Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Durch das Abfeuern von Pyrotechnik im Stadion An der Alten Försterei wurden ein Union-Fan und ein Zivilpolizist leicht verletzt, zudem wurde ein Beamter im Zuge der polizeilichen Maßnahmen ebenfalls leicht verletzt.

Vier Personen wurden vorläufig festgenommen und nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

25 Strafverfahren wurden bislang eingeleitet, unter anderem wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.

1. FC Union will Täter finden: Umgang mit Fans "nicht gescheitert"

Eine Rakete landet mitten auf dem Spielfeld zwischen Unions Christopher Trimmel (l) und Frank Placzek, Physiotherapeut.
Eine Rakete landet mitten auf dem Spielfeld zwischen Unions Christopher Trimmel (l) und Frank Placzek, Physiotherapeut.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 14.45 Uhr

Der 1. FC Union will nach dem Pyro-Skandal und einem versuchten Platzsturm beim Berlin-Derby gegen Hertha BSC versuchen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Täter zu ermitteln.

"Ob es uns gelingt, wird man sehen", erklärte Union-Sprecher Christian Arbeit am Sonntag.

"Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung», betonte Arbeit, so sei das im Rechtsstaat. «Das Problem ist, dass sie vermummt sind." Der generelle Umgang mit der Fanszene sei keineswegs gescheitert. "Deshalb gibt es keine Resignation", bemerkte der Vereinssprecher.

Bei der Beschäftigung mit Fan-Problemen und dem Kampf gegen Regelverstöße gebe es "keine schnelle Lösungen, das sind komplexe Vorgänge", ergänzte Arbeit. Vor dem Sieg der Eisernen gegen Hertha hat nach Angaben der Polizei eine Gruppe von Union-Anhängern auch die Einlasskontrolle überlaufen. "Es wird grundsätzlich eine Nachbearbeitung des Spiels geben", kündigte Arbeit an.

Hertha verurteilt Derby-Ausschreitungen: "Nicht hinnehmbar"

Pyro-Wahnsinn An der Alten Försterei! Im Block der Herthaner brannte es lichterloh.
Pyro-Wahnsinn An der Alten Försterei! Im Block der Herthaner brannte es lichterloh.

Update, 13.26 Uhr

Fußball-Bundesligist Hertha BSC distanziert sich erneut von den Ausschreitungen im Derby beim 1. FC Union und will das Gespräch mit seinen organisierten Anhängern fortsetzen.

"Kleine Gruppen aus beiden Fanlagern haben sich nicht akzeptable Grenzüberschreitungen geleistet, die wir als Hertha BSC streng verurteilen und von denen wir uns in aller Form distanzieren möchten", teilte der Club am Sonntag nach der 0:1-Niederlage mit.

Dass Leuchtraketen aus dem Gästeblock auf den Rasen und in Zuschauerbereiche abgefeuert worden waren, sei "nicht hinnehmbar."

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