"Anlass zur Sorge"! Vor dieser Gefahr warnt Bundespräsident Steinmeier

Berlin - Unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) warnt vor der wachsenden Kluft zwischen Stadt und Land und sieht sogar den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft gefährdet.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) findet mal wieder mahnende Worte. (Archivbild)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) findet mal wieder mahnende Worte. (Archivbild)  © Jörg Carstensen/dpa

"Wenn es nicht Anlass zur Sorge gäbe, müssten wir uns um das Thema nicht kümmern", mahnte Steinmeier am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin" (MOMA).

Deshalb fordert das Staatsoberhaupt: "Wir müssen die Attraktivität des ländlichen Raumes wieder stärken."

Die Lebenswelten hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten auseinanderentwickelt, weshalb Steinmeier sogar den Zusammenhalt in der Gesellschaft in Gefahr sieht.

Mit Verweis auf das Grundgesetz erinnerte Steinmeier daran, dass die Politik nicht auf die Gleichheit, aber auf die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu achten habe.

"Deshalb muss sich Politik für den ländlichen Raum engagieren, dafür sorgen oder mindestens unterstützen, dass dort Lebensverhältnisse herrschen, die attraktiv bleiben für Menschen", so Steinmeier im "MOMA".

Die Menschen würden unter dem sogenannten Schrumpfungsprozess leiden, wenn etwa Arztpraxen schlössen und die Wege zum Arzt immer weiter würden.

Politik und politische Verantwortung müssten im ländlichen Raum präsent bleibt, so dass "auch manches korrigiert wird, das vielleicht von Populisten dort als Wahrheit gesetzt wird", sagte der 62-Jährige. "Wir brauchen auch Menschen, die widersprechen. Dazu gehört aber auch, dass Politik dort präsent ist."

Die Bundesregierung hatte im Juli eine Kommission eingesetzt, die unter dem Titel "Gleichwertige Lebensverhältnisse" Vorschläge für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen in Deutschland erarbeiten soll.

Bundespräsident Steinmeier will am Freitag von seinem Berliner Amtssitz im Schloss Bellevue in die brandenburgische Uckermark reisen – hier findet Ihr sein Tagespensum.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa


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