"Maßlose Härte!" Bundespräsident Steinmeier kritisiert Asylstreit in Union scharf

Berlin - Eine deftige Standpauke hat die Union jetzt wegen ihres Asylstreits von ganz oben abbekommen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) hat den eskalierten Streit zwischen CDU und CSU über die Asylpolitik scharf kritisiert.

Bundespräsident Steinmeier (62) hat kein Verständnis für den Zoff in der Union zwischen Merkel und Seehofer. (Bildmontage)
Bundespräsident Steinmeier (62) hat kein Verständnis für den Zoff in der Union zwischen Merkel und Seehofer. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Bei seiner Rede zum Thema "Stimmen der Demokratie" mahnte das Staatsoberhaupt am Dienstag im Schloss Bellevue: "Ich habe mich dieser Tage häufiger gefragt, wie sollen wir eigentlich erfolgreich für Vernunft und Augenmaß in der politischen Debatte werben, wenn auf höchster Ebene und selbst im Regierungslager mit Unnachsichtigkeit und maßloser Härte über eigentlich doch lösbare Probleme gestritten wird."

Mit seinen deutlichen Worten wich Steinmeier laut DPA sogar kurz von seinem Redemanuskript ab.

Nach am Sonntag hatte der Bundespräsident bei einer Veranstaltung in Bonn öffentlich gesagt, er wolle sich nicht in den Unions-Streit einmischen (TAG24 berichtete).

An diesem Dienstagabend wollten die Spitzen der großen Koalition aus CDU, CSU und SPD über den heftigen Konflikt zwischen den Unionsparteien sprechen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (68, CSU) hatte im Streit mit Kanzlerin Angela Merkel (63, CDU) angekündigt, er werde notfalls vom 1. Juli an Flüchtlinge an der Grenze abweisen lassen, die bereits in einem anderen EU-Staat registriert sind (TAG24 berichtete).

Merkel setzt dagegen weiter auf eine europäische Lösung, die auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel vorangebracht werden soll, wie TAG24 berichtete.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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