"Müssen nicht Politiker sein"! Bundespräsident Steinmeier verteidigt Profi-Sportler

Berlin - Ob er damit auch auf Weltmeister und Ex-Nationalkicker Mesut Özil (30) und den Skandal mit seinem Erdogan-Foto anspielt? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) sieht den Sport und seine Stars beim Thema Integration in einer wichtigen Rolle.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) weiß ob der großen gesellschaftlichen Verantwortung von Sport-Stars. (Archivbild)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (62) weiß ob der großen gesellschaftlichen Verantwortung von Sport-Stars. (Archivbild)  © DPA

"Vielfalt ist anstrengend, aber auch bereichernd", sagte das Staatsoberhaupt in der ZDF-"Sportreportage".

"Ich glaube, den 90.000 Sportvereinen in Deutschland ist sehr bewusst, dass sie auch gemeinsam Verantwortung tragen", sagte der 62-Jährige in dem Interview, das am Sonntag im Fernsehen ausgestrahlt werden soll.

"Die Sportvereine wissen, dass man inzwischen auch hingehen muss, die jungen Leute motivieren muss, ihnen sagen muss, was sie lernen können beim Sport", sieht Steinmeier bereits die Jugentrainer in der Pflicht.

"Und das ist ganz viel. Fairness und Regeln, vor allen Dingen aber auch die Erfahrung, dass man gemeinsam gewinnt und gemeinsam verliert. Und das schafft Zusammengehörigkeit."

Der Bundespräsident zeigte Verständnis dafür, dass sich viele bekannte Sportler mit Aussagen zum Thema in der Öffentlichkeit nicht leicht tun: "Viele dieser Stars sind in einer schwierigen Situation."

Meistens seien sie sehr jung, wenn sie fernsehbekannt würden. "Wir müssen uns wieder klar machen, junge Stars müssen nicht Politiker sein", nimmt der 62-Jährige die Sportler in Schutz.

"Sie müssen nur spüren, wenn sie öffentliche Auftritte haben, wenn sie bejubelt werden im Stadion, dann in der Tat schafft das auch Verantwortung", so Steinmeier im ZDF.

Und weiter: "Diese Verantwortung müssen sie auch vorleben, denen die ihnen nacheifern und zujubeln. Das ist nicht ganz einfach, aber ich glaube, das müssen wir schon verlangen. Das muss aber auch in den Vereinen gelebt werden und gelernt werden."

Titelfoto: DPA


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