Bundesregierung bereitet Bürger auf Krisen und Krieg vor

Berlin - Prepper sorgen unter anderem mit Notnahrung und Langzeitlebensmitteln für den Ernstfall vor. Und dass die Katastrophe kommt, steht für sie fest. Meistens werden sie dafür belächelt. Doch auch die Bundesregierung hat längst einen "Leitfaden Krisenkommunikation" herausgegeben.

Haltbare Nahrungsmittel gehören zur Notfall-Ausrüstung im Krisenfall.
Haltbare Nahrungsmittel gehören zur Notfall-Ausrüstung im Krisenfall.  © Henning Kaiser/dpa

Am Dienstag wurde bekannt, dass die schwedische Regierung für seine Bürger eine Broschüre für den Krisen- und Kriegsfall herausgebracht hat (TAG24 berichtete). Sie soll helfen, "besser vorbereitet zu sein auf alles von ernsten Unfällen, extremem Wetter und IT-Attacken bis hin zu militärischen Konflikten", erklärte die zuständige Behörde.

Dass auch Deutschland gleich mehrere Ratgeber für den Ernstfall bereithält, ist wohl weniger bekannt. Am besten und besonders übersichtlich ist "Meine persönliche Checkliste" vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Wer sich umfassender informieren möchte, kann das mit dem "Leitfaden Krisenkommunikation". Er umfasst 56 Seiten und kann >> hier kostenlos bestellt werden, steht aber auch zum Download bereit. Außerdem gibt es ein Krisenhandbuch und einen Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Und nicht zuletzt warnt NINA, die Notfall-Informations- und Nachrichten-APP, deutsch­land­weit vor Ge­fah­ren.

Hundeführer und ihre Spürhunde trainieren in Mecklenburg-Vorpommern das Aufspüren verschütteter Personen im Rahmen einer EU-Katastrophenschutzübung.
Hundeführer und ihre Spürhunde trainieren in Mecklenburg-Vorpommern das Aufspüren verschütteter Personen im Rahmen einer EU-Katastrophenschutzübung.  © Markus Scholz/dpa

Es gibt drei Auslöser für Krisen: Erstens Naturereignisse, also Extremwetterlagen (Stürme, Hochwasser, Hitzewellen), Waldbrände, Erdbeben und Epidemien.

Zweitens technisches oder menschliches Versagen. Dazu gehören Systemversagen (zum Beispiel bei Fehlplanungen), Fahrlässigkeit, Unfälle und Havarien. Und in die dritte Kategorie fallen schließlich Terrorismus, Kriminalität, Krieg, Bürgerkrieg, Anschläge, Attentate und Sabotage.

"Im Regelfall löst das Ereignis selbst die Krise aus, aber auch die Art und Weise, wie ein Ereignis bewältigt wird, kann zu einer Eskalation führen und so eine Krise hervorrufen", heißt es im Leitfaden. Erklärt wird auch, wie sich jeder Einzelne anschließend zu verhalten hat.

Generell rät die Bundesregierung beispielsweise dauerhaft zu einem Vorrat an Lebensmitteln und Getränken, der für mindestens zwei Wochen reicht. Pro Person sollten 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig sein. Dazu gehören Mineralwasser, Fruchtsäfte und länger lagerfähige Getränke.

Beim Essen kommt es darauf an, dass es (im Falle eines Stromausfalls) auch ohne Kühlung länger gelagert werden kann. Tiefgekühltes ist lediglich ein Notvorrat. Bei der Bevorratung auch an Spezialkost denken: Diabetiker, Allergiker, Babys und Haustiere vertragen nicht alles.

Welche Grundnahrungsmittel Ihr in welcher Menge zu Hause haben solltet, erfahrt Ihr in der Checkliste. Tipps gibt es auch unter www.ernaehrungsvorsorge.de und www.ernaehrungsvorsorge.de/private-vorsorge/notvorrat/vorratskalkulator/.

Zur Notfallvorsorge gehören aber auch batteriebetriebene Radios, Reservebatterien, eine vollständige Hausapotheke, ausreichend Produkte für Kosmetik und Hygiene, Kerzen und funktionierender Brandschutz. Immer griffbereits sollten auch Dokumente und wichtige Unterlagen sein.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa, Markus Scholz/dpa


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