Dafür zahlt die Bundesregierung dem Zentralrat der Juden pro Jahr 13 Mio. Euro

Berlin - Die Bundesregierung erhöht ihre finanzielle Unterstützung für den Zentralrat der Juden (ZdJ) in Deutschland. Die jährliche Staatsleistung wird um drei Millionen Euro auf 13 Millionen Euro erhöht, wie beide Seiten am Freitag in Berlin mitteilten.

ZdJ-Präsident Josef Schuster (64) mit Innenminister Horst Seehofer (69, CSU) in Berlin.
ZdJ-Präsident Josef Schuster (64) mit Innenminister Horst Seehofer (69, CSU) in Berlin.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

"Der Zentralrat der Juden muss sich wachsenden Herausforderungen stellen. Auch der gestiegene Antisemitismus in der Gesellschaft gibt mir Anlass zur Sorge", erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (69, CSU).

"Wer unsere jüdischen Bürger bedroht, der bedroht uns alle. Auch daher ist mir die Erhöhung der Staatsleistung ein wichtiges Anliegen."

Hintergrund: Die Bundesregierung gewährt dem Zentralrat der Juden seit Januar 2003 jährlich eine vertraglich festgelegte Staatsleistung. Sie wird den Angaben zufolge inzwischen zum dritten Mal erhöht.

In dem Vertrag heißt es in Artikel 1: "Die Bundesregierung wird zur Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes, zum Aufbau einer jüdischen Gemeinschaft und zu den integrationspolitischen und sozialen Aufgaben des Zentralrats in Deutschland beitragen. Dazu wird sie den Zentralrat der Juden in Deutschland bei der Erfüllung seiner überregionalen Aufgaben sowie den Kosten seiner Verwaltung finanziell unterstützen."

ZdJ-Präsident Josef Schuster (64) bezeichnete das als guten Tag für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland: "Dem wachsenden Antisemitismus wollen wir vor allem durch Aktivitäten im Bildungsbereich begegnen."

Zuletzt waren besonders in Berlin immer wieder Fälle von Judenhass und Mobbing bekannt geworden. Schlagzeilen machten etwa der Angriff auf einen Kippa-Träger aus Israel und ein antisemitischer Vorfall an der renommierten John-F.-Kennedy-Schule (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka


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