Homophobe AfD-Politikerin in Schwulen-Stiftung gewählt

AfD-Politikerin Nicole Höchst wird von ihrer Partei in die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld geschickt.
AfD-Politikerin Nicole Höchst wird von ihrer Partei in die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld geschickt.  © AfD

Berlin - Laut Satzung verfolgt die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld unter anderem, "einer Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen in Deutschland entgegenzuwirken". Auch die AfD darf einen Vertreter in diese Stiftung schicken.

Dabei lehnt die Partei die Ehe für alle ab, spricht sich gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare aus und Mitglieder wie Kay Nerstheimer bezeichnen Schwule und Lesben als "genetisch degeneriert".

Wie die B.Z. berichtet, hat nun die AfD entschieden, Nicole Höchst in die Stiftung zu schicken, doch die 46-Jährige hat bereits in der Vergangenheit mehrfach gegen die Rechte von Homosexuellen gehetzt.

Laut einem Bericht der Rhein-Zeitung soll die AfD-Politikerin während einer Debatte vor Schülern im Sommer 2017 erklärt haben, "dass es unter homosexuellen Männern mehr Pädophile gibt" und sie deswegen dagegen sei, dass schwule und lesbische Paare Kinder adoptieren dürfen.

Von der Stiftung Magnus Hirschfeld wurde diese Behauptung nun zurückgewiesen. Vorstand Jörg Litwinschuh erklärte, die Äußerung sei "schlicht und einfach falsch".

Parteikollege Stephan Brandner hat auf Twitter bereits die Entscheidung der AfD verkündet. Doch die Art und Weise lässt vermuten, dass die Ziele der Bundesstiftung nicht besonders ernst genommen werden. So schreibt er: "Glückwunsch an unsere Vertreterin (Nicole Höchst) im LSBTTIQ-Gremium oder Magnus-Hirschfeld-Stiftung oder sowas".

Doch was für Möglichkeiten hat Höchst im Kuratorium der Stiftung? Laut dem Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD, Axel Hochrein, kann die AfD-Politikerin Beschlüsse zumindest nicht verhindern.

"Sie kann aber Anträge stellen, Sitzungen in die Länge ziehen und Erklärungen abgeben", so Hochrein.

Titelfoto: AfD