Strategie-Papier zeigt: Die Angst der AfD vor Merkels Ende

Berlin – Der Abgang von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende ist beschlossene Sache, auch als Bundeskanzlerin wird sie maximal noch bis 2021 im Amt bleiben.

Alice Weidel (AfD) spricht während einer Bundestagssitzung mit ihrem Co-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland.
Alice Weidel (AfD) spricht während einer Bundestagssitzung mit ihrem Co-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland.  © DPA

Mit ihrem Ausscheiden aus der Politik geht der AfD allerdings ihr wichtigstes Feindbild und damit Wählermobilisierungspotential verloren. "Merkel muss weg" war das verbindende Element der AfD und ihrer Wähler.

Als Merkel-Nachfolger haben sich Friedrich Merz (62), Annegret Kramp-Karrenbauer (56) und Jens Spahn (38) in Stellung gebracht (TAG24 berichtete). Und vor alle Friedrich Merz scheint die AfD-Strategen zu beunruhigen.

Wie aus einem internen Strategiepapier der Partei, aus dem die Bild zitiert, hervorgeht, wird Merz als aussichtsreicher Kandidat im Kampf um den CDU-Vorsitz gesehen.

Die Befürchtung der AfD: Viele ehemalige CDU-Wähler, die der Partei wegen Merkels Politik den Rücken gekehrt haben, könnten sich von Merz wieder zurück ins CDU-Boot holen lassen.

Will CDU-Vorsitzender werden: Friedrich Merz.
Will CDU-Vorsitzender werden: Friedrich Merz.  © DPA

Vor allem seine kritische Einstellung zu Merkels Migrationspolitik und dass er schon vor Jahren vor Parallelgesellschaften gewarnt hatte, könnte zu einem Problem für die AfD werden, da die Einwanderung der vergangenen Jahre das Kernthema der Partei ist.

Das würde einen Stimmenverlust für die AfD bedeuten. Deshalb wurde das Strategiepapier erarbeitet und an die Abgeordneten im Bundestag verteilt. Darin werden künftige Strategien und Positionen aufgezeigt, wie Friedrich Merz ebenfalls angreifbar ist.

Letztlich soll von ihm ein Bild vermittelt werden, dass er auch für nichts Neues steht, sondern nur die Fortsetzung der Merkel-Politik unter anderem Namen bedeutet.

Dazu zitiert die Bild aus dem Strategiepapier, Friedrich Merz würde nur in Nuancen vom "Merkel-Gleis" abweichen.

An folgenden Punkten sehen sie Merz angreifbar und wollen darauf ihre Oppositionspolitik aufbauen:

Merz ist zu grün

  • Er hat ganz offensichtlich kein Problem mit den Grünen, hat schon mit Cem Özdemir telefoniert und kann sich eine Zusammenarbeit mit der Öko-Partei durchaus vorstellen. Dies ist in den Augen der AfD eine Fortsetzung der Anbiederung an "Schwarz-Grün".

Merz ist zu europäisch

  • Er lässt keinen Zweifel daran, dass für ihn die europäische Einigkeit einen hohen Stellenwert hat. So gehört er zu den Unterzeichner des Aufrufs "Für ein solidarisches Europa", der die USA, China und Russland als Bedrohung für die EU sieht. Dieser Kurs stellt für die AfD eine Bedrohung der nationalen Unabhängigkeit dar und führt zum "Ausverkauf deutscher Interessen".

Merz ist Lobbyist der Großfinanz

  • Durch seinen Job als Aufsichtsratsvorsitzender des Finanzriesen BlackRock ist er sowohl für die Rechten als auch die Linken ein Interessenvertreter, der Finanzindustrie, die die Politik für ihre Sache nutzen will. Außerdem würde er nicht die Probleme der "kleinen Sparer" kennen.
Lediglich zum Profil von Merz' zu erwartender Asylpolitik fällt der AfD in dem Strategiepapier nicht viel ein. Der einzige Ansatz besteht bislang daran, dass der mögliche künftige CDU-Vorsitzende bisher wenig Substantielles zu dem Thema habe verlauten lassen.

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